Schutz vor HIV wichtiger denn je: Extrem aggressives Aidsvirus diagnostiziert

Schutz vor HIV wichtiger denn je
Extrem aggressives Aidsvirus diagnostiziert

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat vor einem extrem aggressiven Aidsvirus gewarnt und zu einem besseren Schutzverhalten aufgerufen. Das neue Supervirus, das erstmals in New York diagnostiziert wurde, hatte nur vier Monate nach der Infektion durch ungeschützten Verkehr zur Aidserkrankung geführt.

HB KÖLN/NEW YORK. Normalerweise vergehen zehn oder mehr Jahre zwischen der Ansteckung und den Symptomen des Immunschwächeleidens. Die Aidsgefahr sei keineswegs gebannt, warnte die BZgA am Freitag in Köln. Im Durchschnitt sterben täglich in Deutschland zwei Menschen an den Folgen ihrer HIV-Infektion, das Schutzverhalten nehme aber ab. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen steige seit einigen Jahren wieder in Westeuropa, vor allem bei homosexuellen Männern.

Einer BZgA-Studie zufolge benutzten bei den unter 45-jährigen Alleinlebenden im Jahr 2000 noch 78 Prozent zu Beginn einer neuen Beziehung Kondome, 2003 waren es nur noch 73 Prozent. Besonders in Risikosituationen mit wechselnden Partnern oder „One-Night-Stands“ werden immer weniger Kondome benutzt. Dabei entstehen in Deutschland laut BZgA mehr als 80 Prozent aller HIV-Neuinfektionen durch sexuelle Kontakte.

In der Bevölkerung habe sich die trügerische Einschätzung verbreitet, dass eine HIV-Infektion heute gut therapierbar sei und nicht mehr zum Tode führen müsse. Zwar ging die Zahl der Todesfälle im Vergleich zu den Spitzenwerten Mitte der 90er Jahre auf rund ein Drittel zurück. Noch immer gibt es aber jährlich 700 bis 800 Aids- Tote in Deutschland.

Derweil geht in den USA die Suche nach der Herkunft des hoch resistenten neuartigen Aids-Virus weiter. Der Aidsforscher David Ho von der Rockefeller Universität in New York erläuterte am Donnerstag auf einer Konferenz über Retroviren in Boston, dass der mit dem „Supervirus“ infizierte etwa 40-jährige New Yorker nur auf eine von vier Aidswirkstoffklassen anspricht. Sein HIV-Stamm verschaffe sich auf breiter Front Zugang zu den Immunzellen und wachse, anders als resistente Stämme sonst, sehr schnell im Labo

r.

Aidsexperten aus San Diego haben einen ähnlichen HIV-Stamm bei einem ihrer Patienten gefunden. „Wir wissen nicht, ob es sich (bei dem Mann in New York) um einen einzelnen isolierten Fall handelt oder ob es andere Betroffene gibt“, sagte Ho.

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