Schwacher Rubel
Russen fahren Ski lieber zu Hause

Eigentlich lieben die Russen ihren Ski-Urlaub in Sölden – durch die Krise und den schwachen Rubel bleiben viele jedoch nun lieber in der Heimat. Dadurch haben nun auch die Alpen-Hotels Probleme.
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Wien/ZürichAus vielen Skiorten der Alpen sind sie seit Jahren nicht mehr wegzudenken: Russische Touristen, die in Markenkleidung durch die verschneiten Gassen flanieren, in teuren Läden einkaufen und bei Apres-Ski-Partys die Korken der Champagner-Flaschen knallen lassen. Was bei anderen Urlaubern oft für argwöhnische Blicke sorgt, lässt bei Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändlern in Österreich und der Schweiz die Kassen klingeln. Doch in der diesjährigen Wintersportsaison können viele Restaurants in den Skiorten ihre russischen Speisekarten wohl im Schrank lassen. Denn der Konflikt mit dem Westen und der massive Kursverfall des Rubel machen sich bemerkbar: Viele Russen verzichten auf eine teure Reise nach Westeuropa. Sie fahren lieber in die heimische Kaukasus-Region Sotschi und nicht mehr nach Ischgl oder Sölden.

Bereits im Sommer sind die Übernachtungen russischer Gäste in der Schweiz und Österreich nach offiziellen Zahlen um sieben bis zehn Prozent zurückgegangen. Für die deutlich wichtigere Wintersaison erwarten Experten noch größere Einbrüche: In Österreich lägen die Vorausbuchungen russischer Touristen in manchen Regionen 30 bis 40 Prozent unter Vorjahresniveau, sagte ein Touristik-Insider, der lieber anonym bleiben will. Die Schweizer Tourismus-Organisation erwartet für das gesamte laufende Jahr ein Minus bei den Übernachtungen der Russen von sieben bis zehn Prozent. Besonders zu spüren bekommen dürften das die Lieblingsregionen russischer Gäste - Skiorte in Tirol oder Salzburg. Mancherorts sorgen die Skifahrer aus Russland dort für ein Fünftel aller Übernachtungen. In der Gesamtstatistik beider Alpenländer zählen sie mit einem Anteil von je zwei Prozent zu den zehn wichtigsten Touristengruppen.

Ungebrochen scheint der Boom lediglich in den Skiorten, die sich auf superreiche Russen spezialisiert haben, wie etwa St. Moritz. "Die meisten Russen, die zu uns kommen, sind aus der obersten Schicht. Das sind langjährige Stammgäste, die über Jahre hinaus buchen", sagte ein Sprecher der dortigen Tourismusorganisation. Rückgänge gebe es nicht. Auch in Wien, das bei russischen Gästen ebenfalls hoch im Kurs steht, verspüren die Luxusläden keine Umsatzeinbußen. "Seit Januar haben wir ein Plus von acht Prozent", sagte Florian Jonak, dessen Familie vier Nobel-Boutiquen in der Innenstadt besitzt.

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Der Rubel rollt nicht mehr für die Mittelschicht

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