Schwarzarbeit in Deutschland bei Polen begehrt
Lieber illegal in Deutschland als legal in England

Die Arbeit auf dem deutschen Schwarzmarkt ist lukrativ: Den Gedanken, sich legal in Großbritannien oder Irland einen Arbeitsplatz zu suchen, finden viele Polen abstrus. „In Berlin kennen wir uns aus, wir haben die Sprache gelernt und unsere sichere Arbeit. Warum sollten wir das aufgeben?“

HB WARSCHAU. Die Gruppe gepflegt aussehender Polinnen mittleren Alters im Zug zwischen Berlin und Warschau wirkt, als kenne sie die Strecke im Schlaf. Ein Scherz mit dem Schaffner, ein Blick in die Frauenzeitschrift, zwischendurch ein wenig Fachsimpeln über Möbelpolitur und das Problem, einen Putzjob mit gepflegten Fingernägeln zu verbinden.

„Ja, natürlich arbeiten wir alle in Deutschland“, sagt eine der Frauen auf Nachfrage. „Wir machen das schon seit Jahren - man kennt sich und hilft sich“, ergänzt eine andere. Nur bei Namen und Arbeitgebern geben sie sich verschlossen. „Sie wissen ja, legal dürfen wir nicht arbeiten.“ Für die polnischen Putzfrauen aus Berlin hat sich mit dem EU-Beitritt ihres Landes erst einmal nichts geändert, außer dem Wegfall der Zollkontrollen an der Oder.

Die Schwarzarbeit in Deutschland bleibt beliebt. Das bekommen vor allem die Arbeitsvermittler in der westpolnischen Grenzregion zu Deutschland zu spüren, berichtete kürzlich die „Gszeta Wyborcza“. Doch hunderte legaler Arbeitsplätze blieben mangels Nachfrage unbesetzt. „Wir suchen Personen im Alter von 20 bis 45 Jahren, Berufserfahrung ist nicht notwendig, aber grundlegende Englischkenntnisse müssen die Bewerber haben“, sagte Grzegorz Gwodzianski von der polnisch-britischen Arbeitsvermittlungsfirma ITC im westpolnischen Zielona Gora (Grünberg). Derzeit sind fast 700 Stellen in 28 Berufen zu vergeben - ob als Putzfrau, Altenpflegerin, Bauarbeiter oder Koch.

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