Schweden
Bügeleisen- und Wasserschlauch-Folter im Eliteinternat

Brutale Schülerrituale, die in Misshandlungen mündeten, haben zur vorläufigen Schließung der ältesten Internatsschule Schwedens geführt. Geschäftsleute wollen die Eliteschule retten, doch Geld allein wird nicht reichen.
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Berlin„Lundsberg war Schule. Lundsberg war Zuhause. Wir lieben Lundsberg.“ Das Transparent, das vor der Fassade von Schwedens ältester Internatsschule hängt, wirkt grotesk. Am vergangenen Mittwoch hat die oberste Schulbehörde die Eliteschule westlich von Stockholm mit sofortiger Wirkung geschlossen, nachdem am Wochenende ein Schüler mit Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Es war nicht der erste Mal, dass Schüler in Lundsberg gequält und misshandelt wurden.

Doch geschockt sind Schüler und Eltern vor allem über den Umstand, dass die staatliche Schulbehörde diesmal tatsächlich Ernst machte und der Schule den Schulbetrieb von einem Tag auf den anderen untersagte.

Denn Lundsberg ist für die Schweden, was Eton für die Briten ist. Ein Eliteinternat, das 1896 gegründet wurde und seither mehrere Mitglieder der königlichen Familie beherbergte, wie auf der Homepage stolz vermerkt ist. Unantastbar, eine eigene Welt, die nach eigenen Gesetzen und Regeln funktioniert.

Eine lange Tradition hatte etwa die Begrüßung jüngerer Schüler durch die Älteren. Diese lief nach dem Bericht der Schulinspektion am Samstag, den 24. August so ab: Die älteren Schüler, die traditionellerweise die Begrüßungsdisko organisieren, machen die Runde in den Schlafräumen der jüngeren, um sie zur Disko einzuladen.

Eine Gruppe von sechs älteren Schülern trifft dabei auf zwei jüngere. Die Großen kommen ins Zimmer, fordern die Neuankömmlinge auf, die Vorhänge zu schließen und sich auf den Boden zu legen. Sie hätten geringschätzig über sie gesprochen, werfen sie ihnen vor. Zur Strafe sollen mit einem B gebrandmarkt werden. B wie „Björke“ – der Schlafsaal der älteren Schüler.

„Die älteren Schüler hielten nun ein heißes Bügeleisen auf den Rücken eines jüngeren Schülers. Als der Schüler schrie, hoben sie das Bügeleisen wieder an. Dann führten sie dasselbe Ritual bei dem anderen Schüler aus“, heißt es im Bericht. „Ein Schüler musste infolgedessen im Krankenhaus behandelt werden.“

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Bügeleisen- und Wasserschlauch-Folter im Eliteinternat

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Ex-Direktor wehrt sich auf Facebook

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Von Bedauern keine Spur

Kommentare zu " Schweden: Bügeleisen- und Wasserschlauch-Folter im Eliteinternat"

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  • So sehen die Elitne überall aus, da lernt man gleich in der Schule, dass Waterbording und Folter gängige Mittel sind. Das sind Soziopathen, die denken nur an sich und überall da zu finden, wo es darum geht, sich die Taschen auf Kosten anderer zu füllen. Für die ist der Mensch unterhalb ihresgleich nichts wert.

  • Trotz des Statuses einer Eliteschule - wobei ich persönlich der Meinung bin, dass es auf solchen Institutionen nur um (monetäres) Prestige geht und auch dort 1+1 gleich 2 ist - bin ich der Meinung, dass in der heutigen Zeit kein Kind für seine Bildung leiden sollte! Solche Schulen müssem in dieser Hinsicht strenger überprüft werden!

  • So sieht Schwedens Elite aus! Psychopaten!

    Jeder wird verstehen, warum Julian Assange sich nicht nach Schweden ausliefern lassen möchte.

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