Schweiger auf Facebook
„Zeig mal deine dumme Fresse“

Auf Facebook hatte Schauspieler Til Schweiger gegen ausländerfeindliche Parolen mit einer deutlichen Aussage Stellung bezogen. Schweiger lässt sich nicht unterkriegen – und geht gegen die Hetzer vor.
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Düsseldorf Für Schauspieler sind ihre Fans so etwas wie Arbeitgeber: Ohne sie geht (fast) nichts. Denn wenn Filmauftritte nicht genug Einschaltquote oder Kinobesucher bringen, ist der Lohnerwerb bedroht. Viele Schauspieler halten sich deshalb mit Meinungsäußerungen lieber zurück. Man könnte schließlich den ein oder anderen Fan vor den Kopf stoßen. Schauspieler Til Schweiger scheint das egal zu sein. Der „Tatort“-Darsteller, Schauspieler und Produzent von Filmerfolgen wie „Keinohrhasen“ und „Honig im Kopf“ nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Bei Markus Lanz bezog er 2011 deutlich Stellung bei dem Thema Sexualstraftäter. Auch in der Flüchtlingsdebatte fand Schweiger eine eindeutige Position. Nachdem er auf Facebook einen Spendenaufruf geteilt hatte und daraufhin rassistische Kommentare folgten, veröffentlichte er auf Facebook, dass er so etwas „zum Kotzen“ fände.

Im Nachtmagazin der ARD nahm er zu dazu Stellung: Er habe mit der Reaktion gerechnet, doch nicht mit dieser Vehemenz. Das Problem sei, dass es eine Menge Leute gäbe, die einfach nicht nachdenken würden und den ganzen Tag vor Reality-Shows säßen, in denen sich „stumpfe Leute gegenseitig beleidigen, runtermachen und dissen“. Das deutsche Fernsehen trage seinen Teil dazu bei, dass viele abstumpfen würden. Trotz der negativen Kommentare wolle er weiterhin Position beziehen. Er werde sich nicht den Mund verbieten lassen.

Und tatsächlich Schweiger macht weiter: So postet er das Video eines jungen Mannes mit der Warnung: „Nachschlag! Ein Video von einem 'Migranten'. Warning: Nationaldeutsch gesinnte Menschen, don't watch (dt: schaut es euch lieber nicht an).“ und kommentiert weiter: „Ein toller junger Mann, der hilft, Deutschland ein Stück schöner zu machen.“ Und dann noch das Bild eines Jungen mit einer Katze. Dass das weniger mit Cat-Content zu tun hat, zeigt der Text: „Mal was anderes: Ein DEUTSCHER Bub mit einer WEISSEN Katze ... einer spanischen Migrantenkatze“. Keine Frage, Schweiger lässt sich von den Negativkommentaren nicht unterkriegen. Es scheint ihm sogar ein wenig Spaß zu machen, die Trolle aus der Reserve zu locken.

Und davon gibt es nicht wenige: Mal wirft ihm einer vor, ihm sei von oben befohlen worden, Stimmung zu machen, ein anderer empfiehlt, er solle die Flüchtlinge doch in seiner Villa aufnehmen. Doch neben den vielen Kommentaren, in denen sich die Nutzer gegen solche Forderungen aussprechen, bezieht Schweiger auch unterhalb seiner Postings Stellung. Nach der Aufforderung eines Kommentators, dass sein „Gutmenschenasylgelalle“ nerve und er „pennen gehen“ solle, kontert der Schauspieler gegen den profilbildlosen Nutzer: „Geh du pennen! Aber vorher zeig mal deine dumme Fresse auf deinem Profil.“

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