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Schweinegrippe: Das ärmste Schwein der Welt

Das einzig bekannte Schwein Afghanistans hat ein hartes Schicksal ereilt. Der Kabuler Zoo hat die Sau wegen der weltweit grassierenden Schweinegrippe in Quarantäne genommen. Immerhin wurde es nicht in die Luft gesprengt, wie einer der Löwen in Kriegszeiten.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Schwein von Kabul - als es noch nicht in Quarantäne saß. Quelle: dpa
Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Schwein von Kabul - als es noch nicht in Quarantäne saß. Quelle: dpa

fbr/Reuters KABUL. Es ist das einzige Schwein Afghanistans – und nun wohl auch noch das einsamste mit dazu. Denn seit Kurzem sitzt die einzige Sau des islamischen Landes im Kabuler Zoo in Quarantäne. Grund: Die Schweinegrippe, oder besser gesagt, die Furcht vor einer Ansteckung.

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Wie der Zoo-Direktor Aziz Gul Saqib der Nachrichtenagentur Reuters sagte, hätte viele Besucher Angst, sich den Grippevirus durch das Schwein einzufangen. Die Sorgen müssen so groß gewesen sein, dass das Kabuler Schwein jetzt in einem eigenen Stall untergebracht wird – fernab von all den Tieren, mit denen sich das Rüsseltier sonst das Gehege teilte.

Wobei: Zwar kann das Virus direkt von Schwein zu Mensch weitergegeben werden. Nur sind bislang beim Menschen die Infekte in erster Linie durch direkten Kontakt erfolgt. Ob der schiere Anblick eines in einem Gehege lebenden Tieres für eine Infektion ausreicht, kann bezweifelt werden. Zumal der Erreger ja vor allem deshalb so problematisch ist, weil er durch eine Mutation nun auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Wie auch immer. Viele Afghanen stehen offenbar auf dem Standpunkt eines Zoo-Besuchers, der Reuters sagte: „Wenn diese Grippe von Tier zu Mensch übertragbar ist, dann hat dieses Schwein hier nichts verloren.“

Dieses ist übrigens ein Geschenk der Volksrepublik China an den Kabuler Zoo gewesen, der in den jahrzehntelangen Kriegswirren böse in Mitleidenschaft gezogen wurde. Kämpfer der Mudschaheddin sollen Rehe oder Hasen gegessen und den einzigen Elefanten des Zoos erschossen haben. Die Aquarien gingen durch Schrapnells zu Bruch.

Tragisch für beide Seiten endete auch das Zusammentreffen eines Mudschaheddin-Kriegers mit einem der Löwen. Der Mann wurde von dem Raubtier, der berühmtesten Attraktion des Kabuler Zoos zu dieser Zeit, getötet – was der Bruder des Verstorbenen nicht auf sich sitzen ließ und dem Löwen mit einer Handgranate den Garaus machte.

Von einem solchen Schicksal ist das Kabuler Schwein indes wohl noch weit entfernt – zumindest solange es im Gehege bleibt.

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