Schweinegrippe
Schmidt lehnt Flug-Stopp nach Mexiko ab

Als „sehr drastische Maßnahme“ hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Forderung Frankreichs bezeichnet, wegen der Schweinegrippe jetzt alle Flüge nach Mexiko auszusetzen. Ein solches Vorhaben lehnte die SPD-Politikerin ab. Bei der Lufthansa begleiten neuerdings Ärzte die Mexico-Flüge.

HB BERLIN/BRÜSSEL/ZÜRICH. „Im Moment ist die Situation nicht gegeben. Ob es das geben könnte, wird von der weiteren Entwicklung abhängen“, sagte Schmidt am Donnerstag in der ARD. Die französische Gesundheitsministerium Roselyne Bachelot hatte ankündigt, sie werde die Europäische Union an diesem Donnerstag zur Aussetzung aller Flüge nach Mexiko auffordern.

Schmidt sagte, bei dem Krisentreffen der EU werde es unter anderem um die Bevorratung von Medikamenten, die Kommunikationswege innerhalb der EU und einheitliche Maßnahmen wie Kontrollen an den Flughäfen gehen.

Die EU-Kommission rechnet mit Todesopfern durch die Schweinegrippe auch in Europa. „Menschen werden dadurch sterben, es ist nicht die Frage, ob Menschen sterben werden, sondern wieviele“, sagte der EU-Generaldirektor für Gesundheit, Robert Madelin, am Mittwochabend in Brüssel. „Werden es Hunderte, Tausende oder Zehntausende sein“, fragte der EU-Beamte. Zugleich bemühte sich die Kommission um Beruhigung: „Wir kennen nicht das Ausmaß der Pandemie. Aber Europa ist besser vorbereitet als jemals zuvor“, sagte Madelin. Ein Impfstoff könne innerhalb von 100 Tagen in Europa zur Verfügung stehen.

Ungeachtet der Ausweitung der Schweinegrippe wird die Europäische Kommission Madelin zufolge keine Aussetzung des Flugverkehrs zwischen Europa und den USA und Mexiko vorschlagen. Stattdessen sollten Reisende zu Vorsicht aufgerufen werden.

Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation ihre Pandemie-Warnung um einen Rang auf die zweithöchste Stufe fünf angehoben. Es war bereits die zweite Verschärfung seit Anfang der Woche. „Die Ausrufung der Phase 5 ist aber ein starkes Signal, dass eine Pandemie bevorsteht und die Zeit für einen Abschluss der Organisation und Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen kurz ist“, heißt es in den Erläuterungen der Uno-Organisation.

Für Deutschland bestätigte Bundesgesundheitsministerin Schmidt drei neue Verdachtsfälle von Schweinegrippe: „Wir haben drei neue Verdachtsfälle, so dass insgesamt im Moment zehn Verdachtsfälle überprüft werden.“ Bei drei Menschen sei „die Infektion festgestellt“ worden. Dies entsprach dem Stand vom Vortag. Die Ministerin betonte, die Schweinegrippe könne mit den vorhandenen Medikamenten bekämpft werden.

Zur Einschätzung der Lage sagte Schmidt: „Ich bin schon besorgt über die Entwicklung, weil wir auch in den letzten Tagen eine sehr starke Dynamik haben.“ Überall auf der Welt träten auch bestätigte Verdachtsfälle auf. „Wir müssen wachsam sein. Und ich bin sehr froh, dass wir in den letzten Jahren sehr intensiv daran gearbeitet haben, dass wir hier in Deutschland einen Pandemie-Plan haben. Dass die Kommunikation vom Bund in die Länder bis in die Kommunen optimal aufgebaut ist.“ Die Ministerin begrüßte, dass auf Lufthansa-Flügen von und nach Mexiko ein Arzt an Bord der Maschinen sei.

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