Schweinegrippe
Schweinegrippe: Die Einschläge kommen näher

Die Anzeichen der Entwicklung der Schweinegrippe zu einer Pandemie nehmen zu. Nachdem in Großbritannien und Spanien erste Erkrankungen bestätigt wurden, gibt es nun auch zunehmend Verdachtsfälle in Deutschland. In Kalifornien ruft Gouverneur Schwarzenegger den Notstand aus. Experten warnen vor Panik, der Wirtschaft ist bereits jetzt angst und bange.

FRANKFURT/BERLIN. Die Schweinegrippe breitet sich aus. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gibt es mittlerweile auch in Deutschland sieben bislang noch ungeklärte Verdachtsfälle. In Spanien hat sich am Dienstag ein zweiter Fall bestätigt. In Israel wurden ein Mann und in Neuseeland drei Personen positiv auf den Erreger A/H1N1 getestet.

In Deutschland registrierten die Behörden am Dienstag je drei neue Verdachtsfälle in Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie einen in Hamburg. In Nordrhein-Westfalen ist ein Pärchen im Kreis Recklinghausen und eine Person im Hochsauerlandkreis betroffen. In Hamburg wurde eine Frau ins Krankenhaus eingeliefert, bei der mittlerweile bestätigt wurde, dass sie an einem Grippevirus erkrankt ist – ob Schweinegrippe oder nicht, wird erst am Mittwoch feststehen. In diesen vier Fällen handelt es sich um Rückkehrer aus Mexiko. In Bayern wurden keine näheren Angaben gemacht. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder legt Wert auf die Feststellung: "Es gibt derzeit keine konkrete Bedrohung der Bevölkerung in Deutschland."

Verdachtsfälle wurden aus der Schweiz und fünf aus Österreich gemeldet. In Übersee bestand unter anderem in Südkorea und Australien bei Kranken der Verdacht auf Schweinegrippe.

Nach Angaben von Schröder halten sich derzeit mehr als 9 000 Deutsche in Mexiko auf. Sollte weltweit der Pandemiefall eintreten, wäre Deutschland bei der Produktion von Impfstoff in einer guten Position - es gebe entsprechende Verträge mit den Pharmaunternehmen Novartis und Glaxo Smithkline.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat wegen der Schweinegrippe den Notstand über den US- Bundesstaat verhängt. „Es gibt keinen Grund für einen Alarm, aber es gehört zu den wichtigsten Anliegen des Gouverneurs, das Ausbreiten der Grippe so schnell und effizient wie möglich einzudämmen“, heißt es in einer am Dienstag in Sacramento veröffentlichten Stellungnahme. In Kalifornien gab es zu diesem Zeitpunkt elf bekannte Fälle von Schweinegrippe.

Laut „Los Angeles Times“ gibt es bei zwei Todesfällen in Kalifornien den Verdacht, dass die beiden Personen an der Schweinegrippe erkrankt gewesen sein könnten. Die Ausrufung des Notstands ermöglicht, zusätzliche Gelder für die Bekämpfung der Krankheit bereitzustellen.

Die WHO äußerte die Erwartung, dass der Ausbruch der Krankheit zu einer leichten Pandemie führen könnte. Der WHO-Experte Keiji Fukuda mahnte dennoch zu Vorsicht, da die Grippepandemie von 1918, bei der bis zu 50 Millionen Menschen zu Tode gekommen waren, ähnlich begonnen habe. Die Entwicklung einer Grippe lasse sich nicht voraussagen. Die von der WHO ausgerufene Phase 4 auf einer Skala von 1 bis 6 sieht verschärfte Vorsorgemaßnahmen vor. Die Organisation empfahl den Mitgliedsstaaten aber weder die Schließung von Grenzen noch Einschränkungen für den Reiseverkehr.

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