Schweinegrippe
WHO hebt Pandemie-Alarmstufe an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der sich ausbreitenden Schweinegrippe das Pandemierisiko auf die zweithöchste Stufe fünf angehoben. Nach WHO-Einschätzung steht eine weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe unmittelbar bevor.

HB BERLIN/GENF. Die Welt steht unmittelbar vor einer Grippe- Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hob die Pandemie- Alarmphase wegen der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe am späten Mittwochabend auf die zweithöchste Stufe fünf an. Phase fünf bedeutet, dass das neue Grippevirus in mindestens zwei Ländern einer Region von Mensch zu Mensch übertragen wird. Dies ist der WHO zufolge ein deutlicher Hinweis, dass eine Pandemie droht und die Zeit für Gegenmaßnahmen knapp wird. Zuvor hatte die Schweinegrippe auch Deutschland erreicht. Bei insgesamt drei Patienten in Bayern und Hamburg wurde das mutierte Virus vom Typ H1N1 nachgewiesen. Alle drei Patienten waren aber schon wieder auf dem Weg der Besserung, wie die Behörden berichteten. Die Bundesregierung warnte vor Hysterie.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan mahnte, es sei nun Zeit, entschlossen zu handeln. „Es ist wichtig, die ganze Geschichte zu erzählen und das sehr ernst zu nehmen.“ Phase fünf sei ausgerufen worden, weil es sich ganz offensichtlich um eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch in zwei Ländern einer Region handele. „Das erleben wir jetzt in Mexiko, und die Informationen der US-Behörden zeigen das auch“, sagte sie. Gleichzeig warnte die WHO- Chefin jedoch vor Panik. „Wir sollten es nicht übertreiben. Wir brauchen eine gewisse Ebene der Ruhe, damit wir das auf rationale Weise bewältigen können.“

Chan appellierte an alle internationalen Organisationen wie die Weltbank sowie an die Pharmaindustrie und die Forschung, alle Kapazitäten bereitzustellen, um eine Pandemie zu vermeiden. Die WHO rief auch zur verstärkten Produktion von Antigrippemitteln und zu weiteren Vorsorgemaßnahmen etwa im Gesundheitswesen auf.

Der Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, bestätigte, dass es neue Verdachtsfälle in Deutschland gibt. Bei mehreren anderen Fällen konnte dagegen nach Auswertung der Tests Entwarnung gegeben werden. Bei den bisher bestätigten Fällen handelt es sich um eine 22 Jahre alte Frau in Hamburg, um einen 37-jährigen Mann, der in der Uniklinik Regensburg behandelt wird, sowie um eine 37-jährige Frau aus Kulmbach. Sie sei aber bereits wieder vollständig genesen, teilte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) mit.

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