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Schweinegrippe: Wie gefährlich ist das Virus wirklich?

Experten halten die Schweinegrippe für schwächer als zunächst gedacht. Trotzdem will die Weltgesundheitsorganisation noch keine voreilige Entwarnung geben. Man befürchtet, dass die Erreger mutieren könnten. In Deutschland haben sich unterdessen zwei weitere Menschen infiziert.

Das neue Virus unter dem Mikroskop. Experten rätseln darüber, wie gefährlich der Erreger für den Menschen ist. Quelle: dpa
Das neue Virus unter dem Mikroskop. Experten rätseln darüber, wie gefährlich der Erreger für den Menschen ist. Quelle: dpa

HB GENF. Trotz erster Anzeichen, dass das neue Influenza-Virus weniger gefährlich als zunächst befürchtet ist, besteht nach Einschätzung der WHO kein Anlass für eine voreilige Entwarnung. "Diese Viren mutieren, sie ändern sich, sie können sich mit anderem genetischen Material neu gruppieren, mit anderen Viren", erklärte Mike Ryan, Direktor der Weltgesundheitsorganisation für das globale Warnsystem. Es wäre deshalb unklug, sich zu diesem Zeitpunkt von Hinweisen beruhigen zu lassen.

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Ähnlich äußerte sich auch das US-Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC). "Wir haben schon Zeiten erlebt, in denen die Dinge scheinbar besser wurden, nur um dann schlechter zu werden", erklärte Anne Schuchat, Wissenschaftsdirektorin des CDC. "Ich glaube, in Mexiko werden wir noch eine Zeit lang den Atem anhalten."

Zuvor hatte die gleiche Behörde erklärt, das Schweinegrippe-Virus H1N1 verfüge nicht über die genetischen Eigenschaften, die den früheren Erreger so gefährlich machten. Es gebe allerdings noch vieles, was die Wissenschaft über die Virulenz des Virus von 1918/19 herausfinden müsse, sagte CDC-Grippeexpertin Nancy Cox. Die Spanische Grippe war einer der tödlichsten Seuchen in der Geschichte der Menschheit. Experten schätzen, dass 40 bis 50 Millionen Menschen an der Krankheit starben.

Das neue Virus scheine nicht die gefährliche Kraft früherer Erreger zu haben, bestätigte auch Cox' Kollege Steve Waterman, unter dessen Leitung ein internationales Expertenteam Mexiko im Kampf gegen die Schweinegrippe zur Seite steht. Eine voreilige Entwarnung dürfe es jedoch nicht geben, zunächst müsse abgewartet werden, ob sich die Lage in Mexiko nun wirklich stabilisiere.

Dort ist die Zahl der Patienten, die sich mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert haben, weiter gestiegen. Nach Angaben des mexikanischen Gesundheitsministeriums sind 473 Menschen erkrankt, 19 von ihnen sind an der Krankheit gestorben. Die Bürger müssten weiterhin versuchen, sich vor dem Virus zu schützen, sagte Gesundheitsminister José Angel Córdova am Samstag auf einer Pressekonferenz. Weltweit hat die Schweinegrippe bislang 20 Menschen das Leben gekostet, nach Angaben WHO und Gesundheitsbehörden sind mehr als 700 Erkrankungen bestätigt.

In Deutschland haben sich zwei weitere Menschen mit Schweinegrippe infiziert. Damit erhöht sich die Zahl der bestätigten Fälle auf acht, wie das Robert-Koch-Institut am Sonntag mitteilte. Bei den beiden neuen Fällen handelt es sich um eine Ehepaar Frankfurt/oder in Brandenburg. Es hat im selben Flugzeug wie eine aus Mexiko zurückgekommene infizierte Hamburgerin gesessen.

Außerdem wurde das Virus zum zweiten Mal innerhalb der Bundesrepublik von Mensch zu Mensch übertragen. Wie der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, am Samstag in Berlin sagte, habe ein mit dem H1N1-Virus infizierter Mexiko-Reisender nicht nur wie schon bekannt eine Krankenschwester, sondern auch einen Zimmernachbarn in der Klinik im niederbayerischen Mallersdorf angesteckt. Damit wurden bereits zwei Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert, die selbst nicht im stark betroffenen Mexiko waren.

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