Schwere Schäden: Mindestens 50 Tote durch Erdbeben in Birma

Schwere Schäden
Mindestens 50 Tote durch Erdbeben in Birma

Ein starkes Erdbeben im Nordosten Birmas hat mindestens 50 Menschen das Leben gekostet, andere Quellen sprechen bereits von mehr als 60 Toten. Der Erdstoß forderte auch in Birmas Nachbarländern Opfer.
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Rangun/BangkokDer Erdstoß hatte nach Angaben des Geologischen Dienstes der USA die Stärke 6,8. Sein Zentrum lag nördlich der Ortschaft Tachileik in den Bergen entlang der Grenze zu Thailand. Sogar in den hunderte Kilometer entfernten Hauptstädten von Thailand und Vietnam, Bangkok und Hanoi, war er zu spüren. Wegen schlechter Kommunikationsverbindungen in dem Gebiet wurde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch höher liegen könnte.

Der staatliche Rundfunk berichtete am Freitag sogar von 65 Toten und 111 Verletzten. 244 Häuser, 14 buddhistische Klöster und neun Regierungsgebäude seien beschädigt worden. Ein Vertreter des Welternährungsprogramms (WFP) sagte, im Dorf Mong Lin nahe Tachileik gebe es viele Opfer und schwere Sachschäden. Der staatliche Rundfunk meldete dort 29 Tote und 16 Verletzte. Ein zweiter Uno-Vertreter erklärte, die Menschen in den betroffenen Gebieten würden so rasch wie möglich mit Medikamenten versorgt werden.

Die Region im Nordosten des Landes ist abgelegen, und die Informationen fließen nur spärlich. In Tali seien wenigstens 100 Häuser eingestürzt oder beschädigt worden, sagte ein Regierungsbeamter des Militärregimes am Freitag in der Hafenstadt Rangun . Die Stadt liegt etwa 25 Kilometer nördlich der Grenzstadt Tachileik zu Thailand.

Die staatliche Zeitung „New Light of Myanmar“ schrieb, in Tachileik seien zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein vier Jahre alter Junge. Sechs Menschen seien verletzt worden. Im Dorf Tarlay seien 15 Häuser eingestürzt. Ein kleines Krankenhaus dort wurde nach UN-Angaben teilweise beschädigt, ebenso eine Brücke. Der Zugang nach Tarlay war dadurch erschwert.

In der thailändischen Grenzstadt Mae Sai wurde eine Frau von einer Mauer erschlagen. Der Gouverneur der Provinz Chiang Rai sagte, auf der thailändischen Seite der Grenze seien Dutzende Menschen leicht verletzt worden. In Chiang Mai war das Beben auch deutlich zu spüren, berichtete die Zeitung „Nation“. Zahlreiche Touristen seien auf die Straße gelaufen und hätten nicht in die Hotels zurückkehren wollen. Die Notdienste wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

In der nordthailändischen Region um Mae Hong Son fiel nach Angaben von Lokalmedien teilweise der Strom aus, in Chiang Mai waren die Mobilfunknetze zeitweise gestört.

Birma gehört zu den ärmsten Ländern Asiens. Die herrschende Militärjunta verfolgt im Fall von Naturkatastrophen eine äußerst restriktive Informationspolitik. Nach dem verheerenden Zyklon „Nargis“ mit 130.000 Toten 2008 hatte die Junta zunächst internationalen Hilfsorganisationen den Zugang zum Katastrophengebiet verweigert und damit scharfe Kritik aus aller Welt auf sich gezogen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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