Schwere Schäden
Sturm verwüstet Atlanta

Für die Betroffenen ein Desaster, für Meteorologen ein Rätsel: Ein Sturm wütete in der US-Großstadt Atlanta im Bundesstaat Georgia. Eine Sportarena drohte einzustürzen, viele Menschen wurden verletzt. Wetterforscher fragen sich, ob es sich um einen Tornado handelte – eine recht seltene Erscheinung in einer Häuserschlucht.

HB ATLANTA. Das Unwetter kam fast ohne Vorwarnung: Ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten um die 100 Stundenkilometer zerschmetterte am Freitagabend in Atlanta Fenster von Wolkenkratzern, saugte Möbel aus Hotelzimmern und rüttelte furchterregend an der Dachkonstruktionen einer Sportarena. Aus dem Georgia Dome, flohen 18 000 Zuschauer eines Basketballturniers. Mindestens 27 Menschen erlitten nach Angaben der Rettungsdienste Verletzungen.

Die Meteorologen rätselten auch nach dem Unwetter noch darüber, ob Atlanta von einem Tornado oder einem Sturm heimgesucht wurde. Eine Tornadowarnung ging nur wenige Minuten zuvor heraus. Der Nationale Wetterdienst sprach auch nach dem Unwetter nur von einem „möglichen Tornado“, der gegen 21.40 Uhr (Ortszeit) die Innenstadt der US-Metropole getroffen habe. Bürgermeisterin Shirley Franklin bezeichnete den Sturm als etwas, „das wir als Tornado kennen“. Die Stromversorgung für 10 000 Menschen war zeitweise unterbrochen.

Im „Georgia Dome“ ließ der Sturm Dachisolierung auf das Spielfeld regnen, die Tribünengänge schwankten und die Dachkonstruktion ächzte bedenklich. „Ich dachte, es ist ein Tornado oder ein Terroranschlag“, sagte ein Mitglied eines der an einem College-Turnier teilnehmenden Teams, Ben Hansbrough. Zuschauerin Lisa Lynn sagte: „Ironischerweise hatte der Mann hinter mir gerade einen Telefonanruf bekommen und gesagt, es gebe eine Tornado-Warnung. Zwei Sekunden darauf hörten wir den Lärm und alles begann zu schwanken. Es war unheimlich.“

Die Fans flüchteten zu den Ausgängen, die Spieler in die Kabinen. Ein weiteres für Freitag geplantes Spiel wurde abgesagt. Die meisten Unwetterschäden waren auf die Innenstadt Atlantas konzentriert. Betroffen war auch der Hauptsitz des Fernsehsenders CNN, bei dem Scheiben zu Bruch gingen. Der Glasschaden an Büro- und Hoteltürmen war beträchtlich. Einen Kilometer entfernt zerschmetterte der Sturm eine Reklametafel der Phillips-Arena, in dem ein Spiel der Basketball-Profiliga NBA stattfand. Die Veranstaltung dort wurde aber kaum beeinträchtigt.

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