Schwere Unwetter
Tornado-ähnliche Gewitter fegten über Deutschland

Schwere Unwetter haben am Mittwoch vor allem in Westdeutschland schwere Schäden angerichtet, die Unwetter haben in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalens sowie in Hessen zahlreiche Bäume umgeknickt, Dächer wurden abgedeckt und Keller überflutet. Besonders hart trafen die Unwetter Köln, hier kam sogar eine Frau ums Leben.

HB DÜSSELDORF. Die 33-jährige Radfahrerin wurde am Mittwochabend so unglücklich von einer herabstürzenden Fensterscheibe getroffen, dass sie später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlag, berichtete ein Polizeisprecher. Offenbar hatte der Sturm zuvor das Fenster im zweiten Stock eines Hauses eingedrückt. Auch eine Kölner Autofahrerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen, als ein Baum auf ihr Fahrzeug stürzte.

Allein in Köln verzeichnete die Polizei insgesamt 150 wetterbedingte Einsätze, Medienberichten zufolge zog eine Windhose über die Stadt.

Dabei traf der Tornado die örtlichen Behörden offenbar völlig unvorbereitet. „Eine Unwetterwarnung ging bei uns nicht ein“, zitiert die "Kölnische Rundschau" die Polizei. Tornados sind Luftwirbel, die sowohl mit dem Boden als auch mit einer Gewitterwolke verbunden sind. Sie kommen mit 40 bis 70 Stundenkilometern voran und lösen sich meist nach wenige Minuten auf. Wegen der in ihnen herrschenden hohe Windgeschwindigkeiten gelten Tornados als eine der gefährlichste Wettererscheinung überhaupt.

In St. Goarshausen südlich von Koblenz verschüttete ein Erdrutsch die Bundesstraße 42 sowie die rechtsrheinische Bahnlinie. Beide Strecken blieben laut Polizei bis kurz vor Mitternacht gesperrt. In der nahe gelegenen Gemeinde Weisel war der Boden von einem halben Meter Hagel bedeckt. Zudem fiel dort der Strom komplett aus.

Im Dauereinsatz waren die Feuerwehren auch in Hessen. Im Norden Frankfurts etwa gab es zahlreiche umgestürzte Bäume und Sturmschäden an Häusern, abgerissene Äste beschädigten nach Angaben der Feuerwehr mehrere hundert Fahrzeuge. Verletzt wurde nach einem ersten Überblick niemand. insgesamt verzeichneten die Einsatzkräfte hier aber mehr als 200 Einsätze.

In Bad Vilbel nördlich von Frankfurt traf das Gewitter auch die Freilichtvorstellung der Burgfestspiele: Haselnussgroße Hagelkörner beschädigten zwei Klaviere, so dass die Aufführung nach der Pause mit einem Keyboard fortgesetzt wurde, wie Besucher berichteten.

"Innerhalb von Sekunden fegte der Wind heran, vom ersten zarten Tropfen bis zum Einsetzen des Hagels verging keine halbe Minute", berichtete Thomas Ranft, Wetterexperte des Hessischen Rundfunks. Eine halbe Stunde später sei der Spuk vorbei gewesen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach fielen stellenweise innerhalb kurzer Zeit mehr als 30 Liter Regen je Quadratmeter. Die größte Regenmenge verzeichneten die Meteorologen in Wahlen bei Marburg. Vom rheinland-pfälzischen Flughafen Büchel im Kreis Cochem-Zell meldeten die Wetterexperten die Vorstufe eines Tornados. Erst im Laufe des Abends zog der Sturm weiter nach Osten in Richtung Thüringen.

Für Donnerstag warnte der Deutsche Wetterdienst vor allem für die Nordhälfte vor immer wieder auflebenden, teils schweren und auch unwetterartigen Gewittern.

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