Schwerer Gehirnschaden nach Sauerstoffmangel
Die Komapatientin in USA hat kaum Chancen

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ein Patient nach 15 Jahren im Wachkoma wieder ins gewöhnliche Leben zurückfindet. Bei der 41 Jahre alten Patientin Terri Schiavo aus den USA hatte ein Kaliummangel Herzstörungen hervorgerufen.

HB WASHINGTON/MÜNCHEN. Der vorübergehende Sauerstoffmangel löste einen schweren Gehirnschaden aus, und die damals 26-Jährige fiel in ein Koma. Die Nachrichtenagentur dpa hat Experten zu diesem Fall befragt.

Frage: Wie kann es zu so starken Kaliummangel kommen, dass Herz- und Gehirnstörungen auftreten?

Antwort: „Dieser Kaliummangel tritt häufig durch Abführmittel auf, die unkontrolliert genommen werden, oder durch Entwässerungsmittel zum Abnehmen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Hans-Jürgen Becker. Auch Mangelernährung bei Essstörungen oder körperliche Ursachen wie etwa Nierenschäden und starke Durchfälle können Kaliummangel auslösen.

Warum kann Kaliummangel das Herz und Gehirn schädigen?

„Dabei wird der Kalium-Zellstoffwechsel gestört.“ Das betreffe alle Muskeln, aber besonders die des Herzens. Die darauf folgenden Herzrhythmusstörungen lassen das Herz laut Becker so schnell schlagen, dass es sich nicht mehr mit Blut füllen und so das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgen kann. „Wird eine solche Herzrhythmusstörung nicht innerhalb von fünf Minuten beseitigt, dann kommt es zu nicht mehr behebbaren Schäden im Gehirn.“

Kann die Komapatientin wieder aus dem Wachkoma gelangen?

„Das Erwachen ist höchst unwahrscheinlich bis ganz ausgeschlossen“, erläuterte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie der Technischen Universität München, Prof. Eberhard Kochs. Frage: Welche Schäden bleiben bei der Komapatientin? Antwort: „Nach einer solchen Zeit werden die ursprünglichen Gehirnschäden bleiben. Da wird sich nichts mehr zurückbilden“, sagte Kochs.

Wie ist die Rechtslage in Deutschland?

„Solange der Patient nicht hirntot ist, dürfen wir keine lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen“, erläuterte Kochs.

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