Schwerer Unfall
Nordsee-Plattform von Gaswolke umgeben

Aus einem Bohrloch in der Nordsee tritt Gas aus. Der Betreiber Total sagte, es könnte Monate dauern, um die Situation per Entlastungsbohrung zu beruhigen. Die Total-Aktie knickt ein, Umweltschützer sind alarmiert.
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London/AberdeenAus einem Leck an der „Elgin“-Plattform des französischen Total-Konzerns strömt ungehindert Gas-Kondensat in die Nordsee. Bis die Lage unter Kontrolle sei, könnten Monate vergehen, teilte das französische Unternehmen am Dienstag mit. Gegenwärtig seien jedoch weder die Menge des ausströmenden Gases noch der genaue Ort des Lecks vor der schottischen Ostküste bekannt. Der französische Energiekonzern versucht fieberhaft, die undichte Stelle zu finden. Für die inzwischen verlassene Förderplattform herrscht Explosionsgefahr.

Die Gefahr, dass die Plattform explodieren könne, bezeichnete ein Sprecher zwar als gering. „Aber man sollte nie nie sagen“, betonte er. Experten aus aller Welt würden eingeflogen, um das Leck zu stoppen. An der Börse gerieten Total-Aktien unter Druck. Der Kurs fiel um um 6,6 Prozent auf 38,36 Euro. Der Kurssturz vernichtete mehr als fünf Milliarden Euro an Marktkapitalisierung von Total und drückte die Titel auf ein Zweieinhalb-Monatstief.

Es habe sich ein erkennbarer Film auf der Wasseroberfläche gebildet, teilte Total am Dienstag mit. Der Teppich sei sechs Seemeilen lang. Die 240 Kilometer vor dem schottischen Aberdeen im Meer liegende Plattform sei von einer Gaswolke umgeben. Experten halten es für möglich, dass das Gas für Menschen giftig ist. Das Unternehmen versuche alles, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, hieß es von Total.

„Das ruft böse Erinnerungen an die Ölkatastrophe von BP im Golf von Mexiko 2010 hervor“, sagte ein Händler in Paris. Der weitere Fortgang der Geschehnisse in der Nordsee sei schwer absehbar, deshalb werde die Aktie im Zweifel lieber verkauft.

Nach Angaben von Total handelt es sich um den schwersten Zwischenfall in der Nordsee für den französischen Energiekonzern seit einem Jahrzehnt. Ein hochrangiger Manager von Total sagte, die Firma prüfe zwei Optionen: Eine Möglichkeit sei, ein Entlastungsloch zu bohren, allerdings könnte dies sechs Monate dauern. Die andere Alternative sei, Ingenieure an die Unfallstelle zu schicken, um das Leck zu schließen. Diese Variante sei allerdings riskanter. Zudem wäre davon auch eine Plattform zur Ölförderung betroffen, die einen Anteil von rund 5,5 Prozent an der gesamten Erdölproduktion Großbritanniens hat.

Das Gasleck an der Plattform Elgin PUQ war am Sonntag entdeckt worden. Rund um die betroffene Plattform haben die Behörden ein Sperrgebiet eingerichtet. Schiffe müssen mindestens zwei Seemeilen (3,7 Kilometer) Abstand zur Plattform Elgin PUQ halten, Flugzeuge mindestens drei Seemeilen Abstand, wie die britische Küstenwache am Dienstag mitteilte.

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  • @Phygranimus: Freie Energie...? Muuaaaahaaahahaaahaaaaahaaaaahaaaaahaaaaa, Muuaaaahaaahahaaahaaaaahaaaaahaaaaahaaaaa, Muuaaaahaaahahaaahaaaaahaaaaahaaaaahaaaaa...
    Spinner!

  • @ vandale: wow, austretende Radioaktivität und Arbeitsunfälle an Solar- bzw. Windkreftanlagen zu vergleichen ist doch wie ein Vergleich von Kot mit Kaviar. Man sollte dringend Ihr Hirnstübchen nach radioaktiver Verseuchung untersuchen bei soviel Schwachsinn, den Sie hier verbreiten.

  • Total ist ein französisches Unternehmen!!!

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