Schweres Unglück in Bad Aibling
„Züge prallten mit hoher Geschwindigkeit aufeinander“

Zehn Tote, 81 Verletzte – das Zugunglück in Bad Aibling erschüttert. Verkehrsminister Dobrindt spricht von einer „schweren Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs“. Die CSU sagt den Politischen Aschermittwoch ab.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angesichts des Zugunglücks in Bad Aibling von einer „schweren Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs in Deutschland“ gesprochen. Die Unfallstelle habe ein erschreckendes Bild abgegeben, sagte er am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bad Aibling.

Die beiden Züge seien wohl mit hoher Geschwindigkeit aufeinandergeprallt, sagte der Minister nach einem Besuch der Unfallstelle. Dort seien Geschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometer möglich. Dobrindt dankte den rund 500 Rettungskräften. Sie seien bereits wenige Minuten nach dem Unfall vor Ort gewesen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, die Einsatzkräfte seien „mit schwerstem Leid und unglaublichen Verletzungen“ konfrontiert worden. Nach Behördenangaben wurden zehn Menschen getötet, 18 Menschen schwer und 63 leicht verletzt. Am frühen Abend wurde laut Polizei noch eine Person vermisst.

Wegen des Zugunglücks von Bad Aibling hat die CSU ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt. Dies meldete das Parteiorgan „Bayernkurier“ und zitierte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer mit den Worten: „Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt.“ Wenig später sagten auch die anderen großen Parteien ihre Veranstaltungen ab. Angesichts des Zugunglücks in Bayern sagte auch die CDU eine Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern ab. Das teilte die CDU-Zentrale am Dienstagabend in Berlin mit.

Bei dem Frontalzusammenstoß auf der Strecke Holzkirchen-Rosenheim waren am Dienstagmorgen zwei Nahverkehrszüge auf einer eingleisigen Strecke zusammengestoßen. Nach Angaben eines Polizeisprechers waren die beiden Regionalzüge mit etwa 150 Fahrgästen besetzt.

Derzeit werde alles getan, um den Unfallhergang aufzuklären. Die Züge hätten sich fahrplanmäßig in dem Ort Kolbermoor begegnen sollen. „Warum es eine Abweichung vom Fahrplan gab, muss jetzt ermittelt werden“, sagte Herrmann. Derzeit würden mit Hochdruck die in den Zügen befindlichen Blackboxen ausgewertet. Zwei Blackboxen seien bereits gesichert, eine weitere befinde sich noch in einem verkeilten Zugteil. „Auch wenn es die hundertprozentige Sicherheit nie geben kann, müssen wir alles dafür tun, um menschliches wie technisches Versagen so weit wie möglich auszuschließen“, sagte Herrmann.

Das den Bahnverkehr in Deutschland sichernde System „Punktförmige Zugbeeinflussung“ (PZB) war im Fall des Zugunglücks von Bad Aibling erst vor rund einer Woche technisch überprüft worden. Dabei habe es keine Probleme gegeben, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, Klaus-Dieter Josel, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bad Aibling.

Bei dem System empfängt ein Gerät im Zug Signale von Magneten im Gleisbett. Die Magneten sind mit einem ersten Vorsignal und dem 1000 Meter weiter stehenden Hauptsignal verkabelt. Steht das Hauptsignal auf Rot, zeigt dies auch bereits das Vorsignal an. Der Lokführer muss mit einer Taste bestätigen, dass er dies bemerkt hat, sonst bremst ihn die Technik ab. Rollt der Zug über das rote Hauptsignal, wird ebenfalls eine Zwangsbremsung ausgelöst.

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„Der Unfall ist ein Riesenschock für uns“

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„Wir erbitten Gottes Beistand“

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