Schwermetall imitiert weibliches Hormon
Kadmium noch schädlicher als gedacht

Das für Batterien und eine Reihe industrieller Prozesse benötigte Schwermetall Kadmium ist nach Erkenntnis von US- Forschern noch schädlicher als bisher angenommen.

dpa NEW YORK. Die Mediziner wiesen im Tierversuch nach, dass Kadmium schon in geringen Dosen den Effekt des Hormons Östrogen imitiert und sich schädlich auf alle weiblichen Sexualorgane auswirkt. Bisher war nur bekannt, dass die Nieren unter chronischer Kadmiumeinwirkung leiden und dass das Schwermetall Knochenkrankheiten und Krebs verursachen kann.

Jetzt ergänzt das Team um Mary Beth Martin vom Lombardi Krebsforschungszentrum der Georgetown Universität in Washington die Liste der Gesundheitsrisiken. In der Onlineausgabe des Fachjournals „Nature Medicine“ vom Montag schreibt das Team, dass Ratten bei einer relativ niedrig dosierten Einwirkung von Kadmium Veränderungen an der Gebärmutter, deren Schleimhaut (Endometrium) sowie an den Drüsen der Brust zeigten. Außerdem setzte die Pubertät bei den weiblichen Tieren früher ein.

Diese Ergebnisse seien ein klarer Beweis dafür, dass Kadmium die Östrogen-Rezeptoren im ganzen Körper beeinflusst. Der gleiche Effekt war schon durch andere Schwermetalle, darunter auch Nickel, nachgewiesen worden. Überrascht stellten die Forscher fest, dass die Veränderungen bereits bei Dosen von fünf bis zehn Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht auftraten. Dagegen hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf Kadmium nach ihrer Toleranztabelle erst von sieben Mikrogramm pro Woche für riskant.

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