Schwerste Katastrophe seit 15 Jahren: Grubenunglück in China fordert mehr als 200 Tote

Schwerste Katastrophe seit 15 Jahren
Grubenunglück in China fordert mehr als 200 Tote

Beim schwersten Grubenunglück in China seit 15 Jahren sind im Nordosten des Landes mehr als 200 Bergarbeiter getötet worden.

HB PEKING. Das Unglück im staatlichen Kohlebergwerk Sunjiawan in der Provinz Liaoning habe sich bereits am Montagnachmittag ereignet und sei durch eine Gasexplosion ausgelöst worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. 22 Kumpel wurden den Angaben zufolge verletzt, 13 verschüttet. Die Grube in der Stadt Fuxin wurde Xinhua zufolge in etwa 242 Meter Tiefe von einer gewaltigen Explosion erschüttert, kurz nachdem die Arbeiter ein starkes Beben gespürt hätten. Die genaue Ursache der Detonation ist offiziellen Angaben zufolge noch ungeklärt und soll untersucht werden. Mehr als 180 Rettungskräfte waren im Einsatz, um die eingeschlossenen Arbeiter zu befreien.

„Wir haben noch nie ein solch schweres Unglück erlebt“, sagte ein Vertreter der Kontrollbehörde für die Gruben in Fuxin. Zum Zeitpunkt der Katastrophe seien mehr als 200 Arbeiter in dem Bergwerk gewesen. In China kommt es wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen regelmäßig zu Bergwerksunglücken. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 5000 Kumpel getötet. In China kommen offiziellen Angaben zufolge auf 100 Tonnen abgebauter Kohle rund 100 Mal mehr tödliche Unfälle als in den USA. Die kommunistische Staatsführung hat wiederholt eine Verbesserung der Sicherheitslage in den Bergwerken angekündigt und dies zur Chefsache erklärt.

Die chinesische Kohleindustrie ist die weltweit größte. Kohle ist der wichtigste Energierohstoff für das Land. Zudem produziert China rund 35 Prozent der weltweiten Kohlemenge. Zugleich passieren aber auch 80 Prozent der weltweiten Grubenunglücke mit Todesfolge in China. Vor allem der chronische Energiemangel und übermäßiges Profitstreben lässt viele Bergwerks-Betreiber offenbar Warnungen vor Gefahren für die Arbeiter ignorieren.

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