Schwerster Unfall seit 16 Jahren
20 Tote bei Busunglück nahe Hannover

Bei dem schwersten Busunglück in Deutschland seit 16 Jahren sind nahe Hannover 20 Menschen ums Leben gekommen. Ihr Reisebus ging am Dienstagabend auf der Autobahn zwei in Flammen auf, viele ältere Fahrgäste konnten sich nicht mehr rechtzeitig aus dem brennenden Fahrzeug retten, wie die Polizei mitteilte.

HB HANNOVER. 13 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Die 32-köpfige Gruppe und der Busfahrer waren auf dem Rückweg von einer Kaffeefahrt nach Haltern (Nordrhein-Westfalen). Möglicherweise löste eine brennende Zigarette das Feuer aus. Der Innenraum des Busses wurde vollständig zerstört. Die Leichen der Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte ein Polizeisprecher. Ersten Ermittlungen zufolge entstand das Feuer auf der Bustoilette. Nach Augenzeugenberichten schoss eine Stichflamme aus der WC-Kabine, als die Tür geöffnet wurde. Möglicherweise hatte dort ein Passagier heimlich geraucht. Ein Mann hatte die Toilette kurz zuvor verlassen. „Dies ist allerdings nur eine Annahme“, sagte Polizeisprecher Stefan Wittke. Die genaue Ursache sei noch ungeklärt. Ein technischer Defekt könne im Moment eher ausgeschlossen werden. „Die Reifen sind intakt, der Motor ist intakt.“ Das Feuer entstand demnach nicht im Motorraum.

Das Feuer breitete sich nach Polizeiangaben innerhalb kürzester Zeit aus. Der Fahrer konnte den Bus des hannoverschen Unternehmens Mommeyer gegen 20.40 Uhr noch auf dem Standstreifen auf Höhe der Ausfahrt Garbsen zum Stehen bringen. 20 Menschen starben an der Unglücksstelle, 13 wurden teils schwer verletzt in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Aus dem Wrack wurden Rollatoren (Gehhilfen) getragen. Den Rettern bot sich ein Bild des Grauens.

An dem Unglück war kein anderes Fahrzeug beteiligt. Der genaue Hergang ist noch unklar. Uwe Hollstein, Leiter des Verkehrsdienstes Hannover, sagte, es sei völlig unverständlich, warum die Sitze in Windeseile Feuer gefangen hätten. Der Unfall war das schwerste Busunglück seit September 1992. Damals starben bei Donaueschingen im Schwarzwald 21 Menschen.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) äußerte sich tief erschüttert. „Es muss jetzt sehr sorgfältig untersucht werden, wie es zu diesem Unglück kommen konnte“, sagte der Minister laut einer Mitteilung am Dienstagabend. „Falls erste Berichte zutreffen, nach denen nur wenige Passagiere wegen des Brandes den Flammen entkommen und den Bus verlassen konnten, muss geprüft werden, ob Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden, und ob diese verschärft werden müssen.“

Die A2 zwischen Hannover und Berlin gilt als eine der unfallträchtigsten Autobahnstrecken Deutschlands. Immer wieder kommt es dort zu folgenreichen Unglücken. Im Januar starben drei Menschen durch einen Unfall mit einem voll beladenen Lastwagen, ein Jahr zuvor kamen bei einem Busunfall zwei Menschen aus Polen ums Leben.

Wer Angehörige unter den Betroffenen vermutet, kann sich beim Bürgertelefon der Feuerwehr Hannover unter der Rufnummer 0800/7313131 melden.

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