Schwitzen bei mehr als 40 Grad
Europa leidet unter Hitzewelle

Weite Teile Europas stöhnen über Rekordhitze: In Süddeutschland kletterten die Temperaturen am Montag weit über die 30-Grad-Marke. Schweizer Meteorologen erwarten den heißesten Juni seit Menschengedenken. In Frankreich behinderten Temperaturen über 40 Grad den Bahnverkehr, und in Spanien musste die Feuerwehr reihenweise Waldbrände löschen.

HB/dpa HAMBURG. „Vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands erleben wir gerade eine Rekordhitze“, sagte Olaf Pels-Leusden vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Im langjährigen Vergleich lägen die diesjährigen Juni-Temperaturen um vier bis sieben Grad über den Durchschnittswerten der Vorjahre. „Am heißesten war es am 12. Juni mit 36,6 Grad in Roth bei Nürnberg“, sagte der Meteorologe. Nach heftigen Gewittern soll sich am Dienstag und Mittwoch in Deutschland vielerorts angenehmes Badewetter bei Werten zwischen 20 Grad an den Küsten und knapp 30 Grad im Breisgau einstellen.

In Spanien führte die seit über zwei Wochen anhaltende Hitzewelle zu einer Serie von Waldbränden. Allein in Katalonien im Nordosten des Landes wurden 35 Brandherde registriert. Die Feuer konnten nach Presseberichten vom Montag schnell gelöscht werden, die Behörden befürchten jedoch noch weitere Waldbrände. Nach einem regenreichen Winter ist die Vegetation üppiger als normal. Verdorrte Büsche und Gräser bieten nun den Flammen reiche Nahrung.In Barcelona wurde am Sonntag mit 36,7 Grad der höchste Juni-Wert aller Zeiten gemessen. In den meisten anderen spanischen Städten gab es keine Rekord- Temperaturen. Auf Mallorca liegen die gemessenen Juni-Temperaturen bisher um ein bis zwei Grad über den normalen Durchschnittswerten.

In der Schweiz dürfte der Juni als der heißeste seit Jahrzehnten in die Geschichte eingehen. Es könne „einer der heißesten Monate seit Menschengedenken werden“, sagte der Meteorologe vom Dienst des Schweizer Wetterdienstes MeteoNews GmbH, Peter Wick. Neben der Klimaerwärmung machte Wick vor allem Südwestwinde dafür verantwortlich, die warme Mittelmeerluft nach Europa brachten.

In Südfrankreich wurde der Bahnverkehr behindert; die Hitze führte zu Ausfällen der Klima-Anlagen in mehreren Zügen und zu Verspätungen. Aus der Bretagne wurden Waldbrände gemeldet, Behörden sorgen sich um sinkenden Grundwasserspiegel. In Bordeaux fuhren viele Bewohner zum Meer und ließen die Straßen weitgehend menschenleer zurück. Am wärmsten war es im südfranzösischen Gourdon, wo die Meteorologen am Wochenende 40,3 Grad notierten. Das sei der höchste Wert der vergangenen 60 Jahre, hieß es. Die Gewinner der Hitze waren Eisverkäufer, die in Paris und anderswo im Dauereinsatz waren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%