Perry Rhodan fordert Darth Vader zum Duell

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Wenn irgendwo Träumen zum Geschäft gehört, dann bei Science-Fiction. „Es gibt in Deutschland nicht viele Marken, die so stark sind wie Perry Rhodan“, sagt Produzent Rosenmüller. 44 Serienjahre – da kommt nicht einmal die „Lindenstraße“ mit. Das Potenzial von Perry Rhodan sei „noch lange nicht ausgereizt“. Das zeigt sich auch daran, dass sich die Perry-Rhodan-Taschenbuchserie des Münchener Heyne-Verlags in wenigen Jahren zu einer der erfolgreichsten Science-Fiction-Buchserien am deutschen Markt mauserte.

Nun soll der Quantensprung her: Was Star-Wars-Schöpfer Lucas zur Perfektion brachte – wie man aus einem Film mit Nebenartikeln von der Gummifigur bis zum Plastikschwert Milliarden umsetzt –, soll auch mit Perry Rhodan gelingen; zumindest ein bisschen.

Das jedenfalls hofft Cornelia Schulze. Die Verlagsleiterin von VPM, der zur Bauer-Gruppe gehört, gebietet über die Rechte am Rhodan-Universum. Schulze verspricht sich von einem Film nicht nur ein gutes Merchandising-Geschäft, sondern zudem neuen Schwung für die Heftserie. Denn auch wenn VPM in Deutschland wöchentlich 90 000 Perry-Rhodan-Hefte à 1,75 Euro verkauft: Einst lag die Auflage bei weit über 100 000 Stück.

Mit auf Rhodans Reisen durch den Hyperraum gehen vor allem gut situierte Männer ab Mitte 20, von denen sich viele regelmäßig von Aachen über Wien und Zürich bis Zweibrücken zu „Rhodanauten“-Stammtischen treffen. Junge Leser in die Perry-Rhodan-Galaxis zu locken, die mit ihrer epischen Komplexität die Welt von „Herr der Ringe“ wie ein plumpes B-Movie aussehen lässt, fällt Pabel-Moewig dagegen schwerer.

Für den Film verbiegen will Schulze ihre „Cashcow“ – Zahlen über Perry-Profite bleiben in Rastatt unter Verschluss – aber nicht. Weil „die Hefte das Rückgrat von Perry Rhodan bleiben“, wacht die Verlagsleiterin darüber, dass der Film dem Heft-Universum, in dem seit Rhodans erstem Start 3 900 Jahre vergangen sind, möglichst treu bleibt. Die Fans sollen „ihren“ Perry Rhodan wiedererkennen. Künstlerische Kompromisse, wie sie George Lucas immer wieder machte, um das Merchandisinggeschäft auszuweiten – etwa mit den teddybärigen Ewoks in „Episode VI“ oder dem dumm schwätzenden Jar Jar Binks in „Episode I“ – soll es bei Perry Rhodan nicht geben.

Perry-Puristen haben zum Welterfolg „Star Wars“ ohnehin ein gespaltenes Verhältnis. Während im deutschen Vorläufer sogar die Abstände von Sternensystemen aufs Lichtjahr genau stimmen, sei vieles bei „Star Wars“ einfach nicht schlüssig, klagt Klaus Frick. Er koordiniert als Perry-Rhodan-Chefredakteur die zehn Autoren, die die Saga Woche für Woche weiterleben lassen. Frick hat die Abenteuer des zähen (und in der Serie praktischerweise unsterblichen) Majors der „US Space Force“ schon bis ins Jahr 2009 grob vorausgeplant. Die nächsten 10 bis 15 Hefte sind bereits geschrieben.

„Wenn wie in ,Episode II’ überschallschnelle Renner von Wegelagerern mit einem simplen Gewehr abgeschossen werden, passt das einfach nicht zusammen“, findet Frick. Ob er sich „Episode III – Die Rache der Sith“ im Kino anschauen wird? „Nein.“

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