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Science-Fiction-Serie aus Rastatt soll verfilmt werden: Perry Rhodan fordert Darth Vader zum Duell

Deutschlands einziger Raumhafen liegt in Rastatt bei Karlsruhe, gegenüber von Lidl und McDonald’s. Die verspiegelte Lobby eines eckig-grauen Zweckbaus ist das Tor zu fernen Galaxien. Der Held steht im Erdgeschoss als Pappstatue hinter der Besuchercouch: 1,80 schlanke Meter, blauer Raumanzug, ein geheimnisvolles Gerät am silbernen Gürtel. Unter dem Kugelhelm fällt eine blonde Strähne kühn in die Stirn, die Perry Rhodan schon echsengesichtigen Topsidern und herrschsüchtigen Chaotarchen geboten hat.

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RASTATT. Perry Rhodan war schon Deutschlands Antwort auf „Star Wars“, bevor George Lucas seine Heroen Luke Skywalker und Han Solo überhaupt erdacht hatte. Als „Star Wars – Episode IV“ 1977 ins Kino kam, hatte Perry Rhodan schon 800 abenteuerliche Folgen hinter sich. Am 8. September 1961 war er in Rastatt, wo sein Verlag Pabel-Moewig (VPM) seinen Sitz hat, abgehoben mit seinem Raumschiff „Stardust“. Ziel: der Mond.

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Bis heute druckte VPM 2 282 Folgen der erfolgreichsten Science-Fiction-Serie der Welt: Freitag für Freitag gut 60 Seiten mit neuen Weltraum-Abenteuern um Kommandant Rhodan, seinen aufbrausenden Gefährten Reginald Bull, seinen muskelbepackten Arkoniden-Freund Atlan und den putzigen „Mausbiber“ Gucky – jede Zeile auf den gut 140 000 Seiten „made in Germany“.

Auch wenn die über eine Milliarde Hefte aneinander gereiht fast bis zum Mond reichen würden: Zu einem Welterfolg wie Lucas’ „Krieg der Sterne“ wurde Perry Rhodan nie – trotz der Lizenzausgaben in Tschechisch, Niederländisch oder Japanisch. Zu deutsch, zu wissenschaftlich, zu wenig märchenhaft kam und kommt die Serie daher.

Aber nun soll auch der deutsche Sternenkriegerpionier die Leinwände erobern. Erste Probeaufnahmen für den Perry-Rhodan-Film sind fertig, am Drehbuch wird emsig gebastelt. „Ein europäisches Star Wars zu schaffen, von dem die Leute auch noch einen zweiten Teil sehen wollen, wäre natürlich das Größte“, sagt Produzent Marcus Rosenmüller, der bisher unter anderem bei „Tatort“-Folgen Regie führte.

Schon 1967 gab es einen Perry-Rhodan-Film. Aber der floppte galaktisch, schon weil seine Spezialeffekte schlechter waren als die bei „King Kong“, der 34 Jahre früher ins Kino kam. Regisseur Bernd Eichinger ließ eine Option auf den Filmstoff verfallen. Und der nur 80 Kilometer westlich von Rastatt in Sindelfingen geborene Filmemacher Roland Emmerich, der für Hollywood Science-Fiction-Kassenschlager wie „Independence Day“ und „The Day After Tomorrow“ drehte, hat nie „Perry Rhodan“ gelesen.

15 Millionen Euro will Rosenmüller, der mit seiner Firma Casascania die Filmrechte an Perry Rhodan hält, bei Investoren einsammeln, um Rhodan ins kommerzielle Duell mit Darth Vader zu schicken. Drehstart soll in zwei Jahren sein. George Lucas gab für „Episode III“ 115 Millionen Dollar aus.

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