Sechs Menschen erschossen Duisburger Bluttat war Mafia-Fehde

Nur wenige Stunden nach dem brutalen Mord an sechs Italienern in Duisburg wartet die Polizei mit ersten Ermittlungsergebnissen auf: Es habe sich um eine Abrechnung unter zwei rivalisierenden Familienclans aus Süditalien gehandelt, die der regionalen Mafia-Spielart Ndrangheta angehören.
Quelle: Reuters

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HB DUISBURG/ROM. Wie die Duisburger Polizei am Mittwoch mitteilte, gehören alle sechs Opfer der Familie Pelle-Romeo aus der Ortschaft San Luca in Kalabrien an. Aus Polizeikreisen verlautete zudem, die flüchtigen Mörder der sechs Männer seien Mitglieder des Familienclans Strangio-Nirta. Beide Familien lägen seit längerem im Streit.

Ähnlich hatte sich zuvor die italienische Polizei geäußert: „Es ist eine beispiellose Abrechnung, auch deshalb, weil sie erstmals im Ausland stattfand“, zitierte die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Mittwoch den stellvertretenden Leiter der Polizei der Stadt Reggio Calabria, Luigi De Sena. „Die Präsenz von Kalabrern in Deutschland ist sehr stark, aber bislang haben sie sich immer zurückgehalten und versucht, nicht aufzufallen.“ Die italienischen Behörden haben erklärt, dass die „Ndrangheta in Italien dabei sei, mächtiger als die sizilianische Mafia zu werden.

Die sechs ungewaffneten Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren waren gegen 2.30 Uhr in ihren Autos vor einem italienischen Restaurant in Duisburg ermordet worden. Die Täter entkamen. Die Hoffnungen der Polizei liegen im Augenblick auf den Aufzeichnungen von Überwachungskameras eines nahe gelegenen Bürogebäudes. Drei der Italiener lebten in Duisburg oder im nahe gelegenen Mülheim. Die anderen kamen möglicherweise aus Baden-Württemberg: Eines der beiden Autos hatte ein Pforzheimer Kennzeichen.

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