Seen laufen über
Schweizer Hochwasser fordert sechs Todesopfer

Das durch heftige Regenfälle ausgelöste Hochwasser in der Schweiz hat bis Dienstag vermutlich sechs Menschenleben gekostet.

HB BERN. Obwohl der Regen nachließ und die Wasserstände der Zentralschweizer Seen zunächst kaum noch anstiegen, standen weite Teile der Deutschschweiz unter Wasser. Viele Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Teile der Haupstadt Bern sowie von Luzern waren überschwemmt. In vielen Regionen hatte das Hochwasser die Markierungen der so genannten Jahrhundertflut von 1999 überschritten.

Bei Zürich wurde am Dienstagmorgen ein Mann tot aus einem Dorfbach geborgen. In Brienz im Kanton Bern wurde eine Frau getötet und eine zweite schwer verletzt, als ein reißender Bach acht Häuser fortspülte. Ein weiterer Mensch wurde noch vermisst.

Im Kanton Graubünden wurde seit dem Morgen eine Spaziergängerin vermisst. Die 72-jährige wurde von einem Baumstamm getroffen und in den Fluss Landquart gerissen. Hoffnung bestehe kaum, hieß es. Bereits am Montag waren zwei Feuerwehrmänner von Geröllmassen erfasst und getötet worden.

Während sich in Bern viele Menschen nur noch mit Booten fortbewegen konnten, wurden in Luzern historische Gebäude mit Mauern und Sandsäcken vor den Fluten des ständig steigenden Vierwaldstätter Sees geschützt. Schon jetzt werden die Schäden auf weit über 100 Millionen Franken geschätzt. Auch weite Teile von Interlaken wurden überflutet. Die Gemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen waren von der Umwelt abgeschnitten. Tausende Bewohner wurden in Sicherheit gebracht.

Im Raum Luzern/Zentralschweiz, im Berner Oberland und auf der Nord-Süd-Achse behindern Hochwasser und Erdrutsche weiter den Bahnverkehr. Auch viele Straßen, darunter der Gotthard, sind unpassierbar. Neben überschwemmten, verschütteten oder unterspülten Schienenabschnitten stehen Bahnhöfe und technische Anlagen unter Wasser. Im Unterengadin riss Hochwasser die Tasnabrücke der Rhätischen Bahn weg. Die Region war von der Außenwelt abgeschnitten.

Der internationale Zugverkehr aus der Deutschschweiz nach Italien sowie nach Österreich ist stark eingeschränkt. Die internationalen Züge wurden über Deutschland umgeleitet.

Auch die Zufahrten zum Gotthardtunnel waren unterbrochen. Der Schwerverkehr wurde über die San-Bernardino-Route umgeleitet. Am Dienstagnachmittag kam es auf der A 13 im Tessin am Bernardino-Tunnel zu einem 16 Kilometer langen Stau wegen der Verkehrsüberlastung. In der Gegenrichtung lag der Stau bei zehn Kilometern.

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