Segelschiff aus Zucker
In meiner Kaffeetasse bin ich Kapitän

Unverwechselbar, originell – und eigentlich unnötig: Ein Schiff aus Zucker ist eine der jüngsten Innovationen auf dem Süßwarenmarkt. Untergehen wird der herkömmliche Würfel- oder Streuzucker deswegen aber nicht.

DÜSSELDORF. Ruhig treibt das winzige Segelschiffchen im Wasser. Unablässig schlagen Wellen an die Bordwand. Plötzlich dringt Wasser ein – der Bootsrumpf füllt sich. Das Schiff gerät in Schieflage, kentert, weitere Teile des Rumpfes versinken. Wenig später ist das gesamte Schiff in den Fluten verschwunden.

Diese Katastrophe, hofft Reinhard Schröder, wird sich in Zukunft viele tausend Mal am Tag abspielen. Schauplatz sind allerdings weder ein See noch das Meer, sondern Kaffee- oder Teetassen. Schröders Schiff ist nämlich aus Zucker und eine der jüngsten Innovationen auf dem Süßwarenmarkt. Die Idee für das Zuckerschiffchen hatte Schröder, als er mit Freunden beim Abendessen saß. In ausgelassener Stimmung suchte die Runde nach einer völlig neuen Produktidee. Ähnlich wie das Cocktailschirmchen sollte die Neuheit sein: unverwechselbar, originell, eigentlich unnötig und doch universell geeignet.

„Wir haben herumgesponnen und viele Gedanken entwickelt. Beim Espresso kam uns die Idee mit dem schwimmenden Zucker. Wir wollten Kaffeetrinken zum Erlebnis machen“, sagt Schröder, der bisher mit Zucker wenig am Hut hatte. Eigentlich ist er Inhaber einer Werbeagentur in Osnabrück.

Vier Jahre hat Schröder an seinem Zuckerschiffchen getüftelt. Weil er sich als Werbefachmann auf gänzlich unbekanntem Terrain bewegte, musste er verschiedene Spezialisten für die Entwicklung ins Boot holen. Denn schnell tauchte das erste Problem auf: Zucker ist nicht der ideale Baustoff für ein Schiff. Gemeinsam mit Experten aus Frankreich und Amerika hatte Schröder wenige Monate später die passende Rezeptur gefunden. Die größte Hürde war genommen, der erste Prototyp per Hand geformt. Das erste „Fragies“-Zuckerschiffchen konnte in See stechen.

Dass das Schiffchen, das Schröder unter dem Namen „Fragies – das Zuckerschiffchen“ verkauft, nur ein Exot im großen Zuckermarkt bleiben wird, ist Schröder bewusst. Er sieht sein Produkt nicht als Konkurrenz zu Würfel- oder Streuzucker. Jährlich verzehren die Deutschen annähernd drei Millionen Tonnen Zucker, von denen gerade einmal 21 Tonnen zu Würfeln gepresst werden.

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