Seilbahn-Drama in Tirol
Helikopterfirma mit Vergangenheit

Das österreichische Hubschrauber-Unternehmen "Heli Alpine Knaus", das durch das schwere Seilbahnunglück von Sölden ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückte, war in der Vergangenheit in mehrere Unfälle verwickelt, bei denen es Tote gab.

HB SÖLDEN. Der Vater des heutigen Firmenchefs Roy Knaus, Johann, überlebte 1992 und 1995 zwei Abstürze. Bei einem dritten Unglück im Jahr 1997 starb Knaus im Alter von 51 Jahren. Er hatte mit seiner Maschine eine Materialseilbahn gestreift.

Im November 2002 gab es einen weiteren Unfall in Sölden (Tirol). Beim Absprengen von Lawinen geriet ein Knaus-Helikopter in eine Nebelbank und stürzte ab. Im Februar 2004 verunglückte ein Knaus-Rettungshelikopter bei St. Johann/Alpendorf beim Transport einer verletzten deutschen Skiurlauberin. Die Patientin kam dabei ums Leben, die Besatzung wurde verletzt. Im Juni 2004 schließlich starb bei einem Absturz im Gemeindegebiet von Tschagguns im Montafon der Pilot.

Aus den Fenstern in den Tod geschleudert

Ein 35 Jahre alter Pilot des Unternehmens hatte am Montag in Sölden bei einem Transportflug über einer Seilbahn einen 750 Kilogramm schwerer Kübel mit Beton verloren. Die Last fiel aus 200 Metern Höhe auf eine Gondeln mit den deutschen Skifahrern. Die Kabine stürzte ab und riss drei Menschen mit in den Tod. Zwei weitere Gondeln gerieten so stark ins Schwanken, dass sechs Menschen aus den Fenstern in den Tod geschleudert wurden.

Nach den Worten des österreichischen Verkehrsministers Hubert Gorbach steht mittlerweile fest, dass der Haken an dem Hubschrauber, mit dem der herabgestürzte Betonkübel am Seil gehalten wurde, offen und unbeschädigt war. Möglich sei ein elektrischer Fehler, so Gorbach. Der Pilot habe bestritten, die Aufhängung vom Cockpit aus während des Fluges geöffnet zu haben. Der Haken kann auch mechanisch von einem Außenstehenden geöffnet werden.

"Flüge über Seilbahnen üblich"

 

Der Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden, Jakob Falkner, versicherte im ARD-Morgenmagazin, der Pilot habe nicht gegen die Vorschriften verstoßen, indem er über die Seilbahn geflogen sei. Dies sei im Alpenraum üblich. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung einleitet.

Bei dem Unglück waren sechs jugendliche Skifahrer aus dem Schwarzwald und drei Betreuer aus Bayern getötet worden. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) teilte mit, die Getöteten und die sechs Verletzten seien Mitglieder von Skiclubs, die in der Region Sölden trainiert hätten. Unter Berufung auf Informationen aus Österreich berichtete das LKA, bei den Erwachsenen habe es sich um eine 44-jährige Frau und einen 35-jährigen Mann aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie einen 46-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg gehandelt. Zu den Kindern machte das LKA zunächst keine weiteren Angaben.

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