Sein Privatleben machte jahrelang Schlagzeilen Klausjürgen Wussow im Alter von 78 Jahren verstorben

Der Schauspieler Klausjürgen Wussow ist tot. Dies teilte seine erste Ehefrau Jolande Wussow dem Internetdienst Bunte.T- Online mit.
Klausjürgen Wussow bei den Dreharbeiten für eine Jubiläumssendung der Fernsehserie "Die Schwarzwaldklinik". Archivfoto: dpa, 2005 Quelle: dpa

Klausjürgen Wussow bei den Dreharbeiten für eine Jubiläumssendung der Fernsehserie "Die Schwarzwaldklinik". Archivfoto: dpa, 2005

(Foto: dpa)

HB BERLIN. „Meine Tochter hat mich angerufen. Klausjürgen ist heute verstorben. Im Grunde ist es eine Erlösung für ihn“, wurde sie am Dienstag von dem Online-Dienst zitiert. Der 78-jährige Schauspieler starb demnach in einem Berliner Krankenhaus.

Kaum ein Prominenter beschäftigte die Boulevardpresse in Deutschland so wie Klausjürgen Wussow. Als „Professor Brinkmann“ in der ZDF-Serie „Schwarzwaldklinik“ feierte er in den 80er Jahren Quotenerfolge, von denen Stars heute nur träumen können. Doch der Ruhm hatte auch seine Schattenseite: Wussow war von nun an auf seichte Rollen festgelegt. Für die Bühne war der renommierte Theaterschauspieler „verloren“, wie es der damalige Intendant des Wiener Burgtheaters, Claus Peymann, ausdrückte.

Schon früher hatte der am 30. April 1929 im pommerschen Cammin geborene Wussow Ausflüge ins Unterhaltungsfach unternommen. In den 70er Jahren spielte er im ZDF den „Kurier der Kaiserin“ und später „Sergeant Berry“. Aus dieser Serie stieg Wussow, der seine Ausbildung am Berliner Hebbel-Theater absolviert hatte, jedoch nach zwölf Episoden aus Sorge um seinen Ruf als Charakterdarsteller aus. Harald Juhnke übernahm den Part.

Im Oktober 1985 wurde dann die erste von insgesamt 70 Folgen der „Schwarzwaldklinik“ ausgestrahlt. Wussow, der seit 1964 zum Ensemble der „Wiener Burg“ gehört hatte, war für die Dreharbeiten von Peymann beurlaubt worden und kehrte nicht wieder zur „Burg“ zurück. Als Chefarzt des Krankenhauses im Glottertal erlangte er enorme Popularität. Bis zu 28 Mill. Zuschauer verfolgten die Serie, die bis 1989 lief, was ihr einen Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“ einbrachte.

Von jetzt an war Wussow eine feste Größe im Fernsehunterhaltungsgeschäft. Er war auf dem „Traumschiff“ und im „Tatort“ zu sehen, spielte Hauptrollen in der Kurzserie „Kartoffeln mit Stippe“ und in „Ein besonderes Paar“. Einer seiner größten Erfolge nach der „Schwarzwaldklinik“ war die Serie „Klinik unter Palmen“ (1996 bis 1998): Wieder spielte Wussow den verständnisvollen, fürsorglichen Arzt.

Doch inzwischen füllte er die Schlagzeilen längst eher mit privatem Familienkrach denn mit schauspielerischen Leistungen. 1986 trennte er sich von seiner Schauspielkollegin Ida Krottendorf, mit der er seit 1960 in zweiter Ehe verheiratet war. Aus der Ehe stammen die Kinder Barbara und Alexander, die ebenfalls bekannte Schauspieler geworden sind. Aus erster Ehe hatte Wussow die Tochter Konstanze.

Seit Sommer 2006 im Pflegeheim

Wussows neue Lebensgefährtin wurde die Journalistin Yvonne Viehöfer. 1992, nach einem langen, in den Medien ausgetragenen Streit, erfolgte die Scheidung von Ida Krottendorf. Die Kinder hatten sich auf die Seite der Mutter gestellt, lange gab es keinen Kontakt zum Vater. Erst in den letzten Jahren normalisierte sich das Verhältnis wieder.

Wussow heiratete nun Yvonne Viehöfer, 1993 kam Sohn Benjamin auf die Welt. Aber auch diese Ehe scheiterte: Im Jahr 2000 trennte sich das Paar. Die beiden lieferten sich eine spektakuläre Schlammschlacht, die erst mit der Scheidung 2003 endete. Kurz zuvor hatte Wussow, inzwischen mit Sabine Scholz liiert, der Witwe des Boxers Gustav „Bubi“ Scholz, private Insolvenz anmelden müssen. Yvonne Wussow starb im September vergangenen Jahres an einem Krebsleiden. Sohn Benjamin lebt seitdem bei ihrem Lebensgefährten, Kontakt zum Vater gab es nicht.

2004 heirateten der inzwischen 75-jährige Wussow und Sabine Scholz. Ruhig wurde es um das Paar weiterhin nicht: Gesundheitliche Probleme des Schauspielers - er erlitt mehrere Schlaganfälle -, Geldsorgen, Gerüchte, seine Frau behandele ihn schlecht, und schließlich seine Einlieferung in ein Pflegeheim im Sommer 2006 sorgten immer wieder für Schlagzeilen.

Als „Professor Brinkmann“ stand Wussow noch einmal für die 2005 ausgestrahlten Specials „Die Schwarzwaldklinik - Die nächste Generation“ und „Die Schwarzwaldklinik - Neue Zeiten“ vor der Kamera. Ob es ohne ihn eine weitere Folge der Serie geben wird, steht in den Sternen.

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