Sekt im Test
Das perlt an den Feiertagen

Spezialisten von Öko-Test haben gute Schaumweine unter die Lupe genommen – und festgestellt, dass Genuss nicht teuer sein muss. Worauf Liebhaber achten sollten und wie der Sekt über die Feiertage am besten schmeckt.
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DüsseldorfUm es mit „Dittsche“ zu sagen: Bei vielen Deutschen perlt es zum Jahresende aber mal richtig. Allerdings nicht mit Bier und im Bademantel wie bei Olli Dittrichs Kunstfigur. Sondern stilvoll mit Sekt. Rund vier Liter Qualitätsschaumwein trinkt jeder Erwachsene bei uns pro Jahr. Den meisten davon wohl an Weihnachten und Neujahr.

Und dieser Genuss muss nicht mal teuer sein. Weniger als sieben Euro kostet der günstigste Testsieger, den Öko-Test kürzlich ermittelte. Für die teuerste „sehr gute“ Sektflasche werden knapp 17 Euro fällig. In ihrer Auswahl beschränkten sich die Tester auf hochwertige Qualitätsschaumweine.

Alle 18 Proben wurden in traditioneller Flaschengärung hergestellt. Ihre Inhaltsstoffe nahm ein Labor unter die Lupe. Fünf Experten testeten die Sensorik, also Geruch, Geschmack, Aussehen und Mundgefühl. Nicht mit von der Partie waren bekannte Markenhersteller wie „Rotkäppchen“, „Mumm“ oder „Fürst von Metternich“. Sie nutzen eine andere Methode zur Sektproduktion, die nicht als Top angesehen wird.

Die traditionelle Flaschengärung gilt hingegen als Qualitätsmerkmal. Zum einen wegen der hochwertigen Trauben. Zum anderen, weil bei diesem Herstellungsverfahren die alkoholische Gärung über mehrere Monate tatsächlich in der Flasche stattfindet – und nicht in einem großen Tank. Daher stammen auch die „Perlen“ ausschließlich aus diesem längeren Reifeprozess.

In der Vergangenheit hatten manche Hersteller schon mal Kohlensäure aus anderen Quellen dazu gemauschelt. Doch diesmal gab es für die Öko-Tester in diesem Punkt nichts zu bemängeln. Nach Pestiziden haben die Juroren erst gar nicht gesucht. In früheren Tests waren schon im vergorenen Grundwein kaum Rückstände nachweisbar.

Also alles paletti? Nicht ganz. Von der Hälfte der getesteten Qualitätsschaumweine waren die Öko-Tester nicht begeistert. Sie waren ihnen teilweise zu bitter oder zu sauer. Im Henkell-Sekt schmeckten die Juroren zu viel Zucker heraus, obwohl der Hersteller mit 12,8 Gramm Restzucker pro Liter noch innerhalb der zulässigen Höchstmenge für die Geschmacksangabe „brut“ („herb“) blieb.

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