Selbststimmende Gitarre
Das Stimmwunder

Chris Adams wird von Rockstars glühend verehrt. Der Hamburger hat eine Gitarre gebaut, die sich selbst stimmt. Binnen zwei Tagen war die erste Serie der Robot Guitar ausverkauft – nun wird nachgelegt. Ein Besuch bei dem Erfinder.

Echte Rockstars sind schwer zu beeindrucken. Sie leben in Bungalows am Pazifik, fahren Harley und treiben sich mit Topmodels in Nachtklubs rum. Chris Adams ist es trotzdem gelungen: mit einer ganz besonderen Gitarre. Der Hamburger hat ein System namens Powertune entwickelt, mit dem die Instrumente aufgerüstet werden – sie können sich dann selbst stimmen. Damit hat es auch Adams zu Ruhm gebracht: Top-Gitarristen wie Carlos Santana oder Guns N’Roses-Ikone Slash sind bekennende Fans.

Der 37-jährige Adams ist Rocker durch und durch. Das Haar wasserstoffblond gefärbt, Lederjacke, dicke Ringe an den Fingern – so sitzt er in seinem schwarzen Ledersessel. Fast zwei Meter ist er groß, die Gitarre auf seinem Schoß, eine Gibson Les Paul, wirkt fast wie ein Spielzeug. Adams grinst, als er das Summen hört. Es ist der Klang seiner Erfindung. Für das Summen sorgen Elektromotoren, die die Stimmmechanik der Gitarre bewegen, ohne dass Hand angelegt werden muss.

Normalerweise dauert es Minuten, um mit den Wirbeln am Gitarrenkopf die richtige Spannung auf die sechs Saiten zu bringen. Die neue Technik erledigt das in wenigen Sekunden. „Steve Vai hat mir gesagt, dass er für so etwas lange gebetet hat“, grinst Adams. Seit seiner Erfindung ist er ein gern gesehener Gast im kalifornischen Heim des Ausnahmegitarristen, der früher für Frank Zappa spielte.

Gediegener als bei den Rock-Heroen geht’s in der Zentrale von Adams’ Firma Tronical zu. In zwei Hinterhofetagen eines Wohnhauses im beschaulichen Stadtteil Winterhude arbeiten etwa 20 Leute. Unten wird geforscht und neue Software getestet. Darüber wohnt Adams mit seiner Frau Gwen und der zehnjährigen Tochter Tyra. Adams’ Mutter ist Deutsche, sein Vater Amerikaner. Gesehen hat er ihn noch nie, er redet auch nicht gerne darüber. Allerdings könnte er vom Vater das musikalische Talent geerbt haben. „Ich glaube, er macht viel Jazzmusik.“

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