Seligsprechungsprozess für Johannes Paul II. hat begonnen
Ist Papst Benedikt überhaupt Deutscher?

Der Grünen-Politiker Christian Ströbele will mit einer Anfrage an die Bundesregierung klären, ob der aus Bayern stammende Papst Benedikt XVI. noch Deutscher ist. In Krakau hat unterdessen das kirchliche Verfahren zur Seligsprechung von Johannes Paul II. begonnen.

HB BERLIN/KRAKAU. Ströbele mache sich große Sorgen, „ob wir noch Papst sind“, berichtete der „Tagesspiegel“ vorab aus seiner Samstagausgabe. Laut Staatsangehörigkeitsgesetz müsste Benedikt, der frühere Kardinal Joseph Ratzinger, nach Einschätzung von Ströbele seine deutsche Staatsangehörigkeit verlieren.

Dies geschehe nämlich immer dann, wenn ein deutscher Bürger eine ausländische Staatsbürgerschaft annehme. Der Katholik Ströbele sei überzeugt, dass der Papst als Kirchen- und Staatsoberhaupt automatisch auch die vatikanische Staatsbürgerschaft innehabe.

In Krakau hat unterdessen das kirchliche Verfahren zur Seligsprechung von Johannes Paul II. mit einem Gottesdienst in der Kathedrale von Krakau begonnen. Die feierliche Inauguration der Teilnehmer des so genannten kirchlichen Tribunals ist der zunächst letzte öffentliche Auftritt der „Richter“, die sich zu Verschwiegenheit verpflichten mussten.

In Krakau war Karol Wojtyla vor seiner Wahl zum Papst Bischof gewesen. Das Verfahren in Krakau soll den „Hauptprozess“ im Vatikan durch die Vernehmung einer Reihe von Zeugen unterstützen, die Auskunft über Leben und Werk des im südpolnischen Wadowice geborenen Ppapstes geben können. Es wird erwartet, dass zu den ersten dieser Zeugen der frühere Krakauer Erzbischof Kardinal Franciszek Macharski, ein langjähriger Freund von Johannes Paul, und der derzeitige Erzbischof Stanislaw Dziwisz gehören. Dziwisz war der persönliche Sekretär von Johannes Paul II und sein Testamentsvollstrecker.

In Rom war der Seligsprechungsprozess bereits am 28. Juni begonnen worden, obwohl das Kirchenrecht eine Mindestzeit von drei Jahren seit dem Tod des Kandidaten vorschreibt. Papst Benedikt XVI. hatte dies mit dem Wunsch der Gläubigen nach einer schnellstmöglichen Seligsprechung seines Vorgängers begründet. Papst Johannes Paul II. war im April gestorben. Der Primas der katholischen Kirche Polens, Kardinal Jozef Glemp, hat angesichts der Fülle der zu prüfenden Dokumente am Mittwoch bereits Erwartungen an eine schnelle Seligsprechung im kommenden Jahr gedämpft.

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