Seuchengefahr
Vogelgrippe nähert sich Europa

Das Katastrophenschutzministerium in Moskau bestätigte am Dienstag, dass der Vogelgrippe-Erreger vom Typ H5N1 in der Stadt Tscheljabinsk im Ural entdeckt worden sei. Mehr als 500 Vögel sind bereits gestorben oder mussten geschlachtet werden. Es seien aber bislang in Russland keine Krankheitsfälle bei Menschen bestätigt worden.

HB DÜSSELDORF. „Wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus unter heimischen Vögeln zu stoppen und um die Möglichkeit auszuschließen, dass das Virus auf Menschen übergreifen könnte.“. Der Ausbruch der Vogelgrippe im Ural war am Montag bekannt geworden. Experten befürchten eine weitere Ausbreitung nach Europa, Afrika und in den Nahen Osten. Fast 500 Vögel seien in den vergangenen 24 Stunden verendet, teilte das Ministerium weiter mit. In Tscheljabinsk verboten die Behörden der Nachrichtenagentur Itar-Tass zufolge den Verkauf jeglicher Geflügelprodukte. Tschaljabinsk liegt im Ural-Gebirge, das die natürliche Grenze zwischen Europa und Asien bildet.

In Russland sind bislang mehr als 11 000 Vögel an der Vogelgrippe verendet. Um die Seuche einzudämmen, ist zudem damit begonnen worden, Tausende Vögel in den betroffenen Gebieten zu töten. Experten warnen, Zugvögel könnten das Virus bis in den europäischen Teil Russlands schleppen. Ab dem kommenden Monat würden die Zugvögel angesichts des harten sibirischen Winters ihre Reise nach Europa und Afrika fortsetzen. Es sei jedoch schwierig, die genauen Flugrouten der rund 800 verschiedenen Vogelarten vorauszusagen, sagte der Moskauer Ornithologe Pawel Tomkowitsch. Wissenschaftler fürchten eine Epidemie, falls sich das Virus so verändert, dass es direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

In Moskau wollten am Dienstag Vertreter der Gesundheitsbehörden zusammenkommen, um über die kritische Lage zu beraten. Vermutlich hatten Zugvögel aus China die Vogelgrippe nach Russland eingeschleppt, wo die Seuche erstmals Mitte Juli im zentralsibirischen Nowossibirsk entdeckt wurde. Von dort breitete sich die Seuche über Tjumen, Omsk, Kurgan und Altai nach Tscheljabinsk aus, das rund 1 000 Kilometer von Nowosibirsk entfernt liegt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%