Seychellen
Törn im bedrohten Paradies

Wechselhaft ist bisweilen das Wetter hier auf den Seychellen, geradezu wetterwendisch. Und manchmal findet es gar nicht statt – bei Segelflaute ist gut tauchen. Und wer taucht, kann was erleben. Schildkröten etwa, diese Urviecher der Meere. Uralte Augen starren uns neugierig aus nächster Nähe an – und drehen im türkisfarbenen Wasser elegant ab, nachdem sie uns überrascht haben.

HB MAHÉ.Solche Schnorchelbegegnungen gehören beim Segeln hier unbedingt dazu. Aber auch faszinierende Begegnungen mit einer noch weitgehend intakten Natur. Die Inselrepublik, einst Zankapfel zwischen England und Frankreich, ist ein Traumrevier im Indischen Ozean, vier Grad südlich vom Äquator. Sie hat heute die Erhaltung ihrer einzigartigen Natur zum zentralen Thema erhoben.

Besucher kommen vor allem wegen der einsamen Strände und der phantastischen Unterwasserwelt. Die Folge: Heikle Balanceakte sind zu bewältigen – zwischen der Förderung eines möglichst umweltverträglichen Tourismus einerseits und der Erhöhung des damit verbundenen Umsatzes andererseits.

„Wir sind hier so dicht am Paradies, wie man es auf Erden nur sein kann“, schwärmt Alistair Maiden, der seit zehn Jahren die Charterstation von Sunsail auf Mahé leitet, wo wir eine Oceanis 411 gemietet haben.

Doch auf unserem Törn rund um die Hauptinsel Mahé, hinüber nach Praslin, La Digue und zu einigen kleineren Inseln öffnet sich ein ganzer Sack Wetter: Die Seychellen liegen in der intertropischen Konvergenzzone, wo der Wechsel zwischen dem Südostpassat und dem Nordwestmonsun stattfindet. Jetzt hat sich der Wind noch nicht auf die neue Richtung eingependelt und benimmt sich etwas launisch.

Doch normalerweise hat dieses Wettersystem die Seychellen spätestens im Dezember und im Juni eines jeden Jahres überquert. Dafür liegen die Seychellen weitab von den Routen der tropischen Wirbelstürme, bedrohliche Zyklone hat es hier noch nie gegeben.

Eine der schönsten Ankerbuchten ist die Laraie Bay im Südosten der Insel Curieuse bei Praslin. Der weiße Strand hinter dem Riff ist den Meeresschildkröten vorbehalten, die jetzt an Land kommen, um ihre Eier zu legen. Sonnenbadende Touristen können sie dabei nicht gebrauchen.

So genießen wir das Panorama vom verankerten Schiff aus und springen ab und zu ins Wasser, um mit den dort schwimmenden tropischen Fischen und Meeresschildkröten zu spielen. Die Landschildkröten-Aufzuchtstation besuchen wir am nächsten Tag. Ihr Leiter, Kevin Hoarlau, lebt auf Curieuse und geht – jedenfalls in unseren Augen – einem Traumjob nach. Oder nicht? Leider sei immer er derjenige, meint Hoarlau, der den Besuchern sagen müsse, was sie alles nicht tun dürften. „Und leider interessieren sich nur allzu wenige Touristen für meine Arbeit und den Erhalt der Natur hier.“

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