Sicherheitsmängel: Flugverbot für Flash Air in der Schweiz: Frankreich hilft bei Bergung im Roten Meer

Sicherheitsmängel: Flugverbot für Flash Air in der Schweiz
Frankreich hilft bei Bergung im Roten Meer

Französische Experten sollen die Ursache für den Absturz eines Flugzeuges ins Rote Meer klären. Vor allem Touristen aus Frankreich waren dabei ums Leben gekommen.

HB BERLIN. Nach dem Flugzeugabsturz im Roten Meer, bei dem überwiegend Franzosen ums Leben kamen, hat die Regierung in Paris umfangreiche Hilfe für die Bergungsarbeiten beschlossen. An Sonntagmorgen solle ein Seeaufklärer-Flugzeug über der Unfallstelle eingesetzt werden, teilte ein Sprecher des französischen Regierungschefs Jean-Pierre Raffarin in Paris mit.

Zudem werden Spezialisten und Taucherteams an die Unglücksstelle gesandt, um die Unfallursache zu untersuchen. Das Verteidigungsministerium will zudem einen Unterwasser-Roboter schicken. Für die Suche nach dem untergegangenen Flugzeugwrack und den Flugschreibern ist bereits die Fregatte «Tourville» unterwegs. Sie soll am Montagabend ankommen.

Zuvor hatte der französische Außenstaatssekretär Renaud Muselier in Kairo mitgeteilt, er reise mit einem Team von Identifizierungsspezialisten umgehend zu dem Ort in Scharm el Scheich, an dem die bisher geborgenen Leichenteile aufgebahrt würden. Laut Muselier liegen große Teile der Maschine in rund 150 Metern Meerestiefe.

Das ägyptische Staatsfernsehen zeigte Bilder von Flugzeugen, Schiffen und einem Hubschrauber der Armee, die auch in der Nacht nach Opfern suchten. Der Gouverneur der Region, Mustafa Afifi, sagte laut der Nachrichtenagentur MENA, am Samstagabend seien die Überreste von zwölf oder 13 Menschen gefunden worden. Muselier hatte zuvor von sechs geborgenen Leichen gesprochen.

Nach französischen Angaben starben bei dem Absturz der ägyptischen «Flash-Air»-Maschine 148 Menschen, unter ihnen 13 Besatzungsmitglieder. Die 135 Passagiere seien «fast ausschließlich» Franzosen gewesen. Die ägyptischen Behörden sprachen von 133 toten Franzosen, die beiden anderen Opfer seien aus Marokko und Japan.

Die Boeing 737 stürzte am frühen Samstagmorgen kurz nach ihrem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich auf dem Weg nach Kairo und Paris ins Meer. Einen Anschlag schlossen die ägyptischen und französischen Behörden aus. Ursache war demnach ein technischer Defekt.

Der ägyptische Zivilluftfahrtminister Ahmed Schafik sagte, auf Radarbildern sei zu sehen, dass die Maschine nach dem «perfekten» Start die Höhe von 5000 Metern erreichte und dann planmäßig eine Linkskurve nahm. Danach sei sie wieder auf eine gerade Linie eingeschwenkt und eine Rechtskurve gemacht, die nicht programmiert gewesen sei. «Nach 17 Sekunden schlug sie im Meer auf.»

In die Schweiz darf Flash Airlines schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr fliegen. Die dortige Bundesluftfahrtbehörde entzog der Fluggesellschaft im Oktober 2002 die Flugerlaubnis, wie eine Sprecherin der Behörde am Sonntag sagte. Eine routinemäßige Kontrolle auf dem Flughafen Zürich-Kloten habe «erhebliche Mängel» an einer Maschine der Flash Air aufgedeckt.

Das Protokoll der Kontrolle sei sowohl der Flash Airlines wie auch der ägyptischen Zivilluftfahrtbehörde zugestellt worden. «Seither hatten wir keine Reaktion», sagte die Sprecherin. Die Fluggesellschaft darf die Schweiz seither weder anfliegen noch überfliegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%