„Sie hielt es für einen Akt der Liebe“
80-jährige Französin wegen Sterbehilfe verurteilt

Ein französisches Gericht hat am Dienstag eine 80 Jahre alte Frau wegen Tötung ihrer behinderten Tochter zu zwei Jahren Haft verurteilt.

HB ROUEN. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die 42-jährige Florence Crevel war halbseitig gelähmt und blind. Sie wurde von ihrer Mutter gepflegt. Im Juli 2004 legte die alte Frau ihrer Tochter einen Strick um den Hals und stieß sie aus dem Bett. Danach rief sie die Polizei an.

„Sie hielt es für einen Akt der Liebe“, sagte ein Psychologe während des Prozesses in Rouen. Léonie Crevels Verteidiger, Jean-François Titus, der einen Freispruch gefordert hatte, zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Das Gericht habe die persönliche Situation seiner Mandantin berücksichtigt. Crevel selbst weinte bei der Urteilsverkündung. „Ich bin erleichtert“, sagte sie. Zum Auftakt des Prozesses hatte Crevel erklärt, sie frage sich noch heute, wie sie so habe handeln können. „Aber meine Tochter hat zu lange gelitten, und es war besser, sie davon zu befreien“, sagte Crevel.

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