Sieben Männer sind erschöpft, aber wohlauf
Britische Spezialisten retten U-Boot-Besatzung

Fünf Jahre nach der „Kursk“-Tragödie hat das zweite russische U-Boot-Drama ein glückliches Ende gefunden: Ein britischer Tauchroboter mit Schneidwerkzeugen befreite die sieben Mann Besatzung aus ihrer Gefangenschaft auf dem Meeresboden.

HB MOSKAU. Nach mehr als drei Tagen des Hoffens und Bangens tauchte das kleine U- Boot wieder an der Oberfläche auf. Erkältet, aber ansonsten körperlich unversehrt wurden die Seeleute am Sonntagmittag (MESZ) zur fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka gebracht. Die sechs Seeleute und ein Ingenieur entgingen im Wettlauf mit der Zeit nur knapp dem Tod. In dem 13,5 Meter langen U-Boot gab es kaum noch Sauerstoff.

Im Gegensatz zur Explosion des Atom-U-Bootes „Kursk“, die im August 2000 alle 118 Mann an Bord das Leben kostete, hatte die Marineführung dieses Mal relativ schnell über die Notsituation informiert. Als alle russischen Bergungsversuche fehlgeschlagen waren, brachte der aus Großbritannien eingeflogene Tauchroboter „Scorpio 45“ die Rettung. Mit ihren beiden Scheren durchtrennte die ferngesteuerte Maschine die Seile eines Unterwasser-Lauschgeräts, in dem sich das rot-weiße U-Boot verfangen hatte.

Zurück auf dem Festland meldete der 25-jährige Kapitänleutnant Wjatscheslaw Milaschewski erschöpft und sichtbar erleichtert die glückliche Heimkehr der Besatzung. „Kalt war es. Sehr kalt“, berichtete ein Matrose über die Zeit im havarierten U-Boot. Mehr als 76 Stunden mussten die Männer bei Temperaturen um fünf Grad in einer Tiefe zwischen 170 und 200 Meter ausharren. Dennoch war einer von ihnen sogar zu Scherzen aufgelegt. „Einen schönen Gruß an meine Mama“, sagte er grinsend in die Kameras, als er von Schiff ging.

Am Sonntag früh um 5.26 Uhr MESZ verbreitete sich von der Beresowaja-Bucht vor Kamtschatka die erlösende Nachricht. „Das Tauchboot AS-28 hat mit sieben Mann Besatzung die Wasseroberfläche erreicht“, teilte die Marineführung mit. Verteidigungsminister Sergej Iwanow lobte vor Ort die Besatzung. „Sie hat Ausdauer, Mut und Willen bewiesen“, betonte Iwanow, der ausdrücklich den ausländischen Helfern dankte.

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