Sieben neue Infektionen von Wildvögeln: Die Vogelgrippe rückt nach Westen vor

Sieben neue Infektionen von Wildvögeln
Die Vogelgrippe rückt nach Westen vor

Die Befürchtung, das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 habe sich auf Rügen bereits auf Nutztiere übertragen, hat sich nicht bewahrheitet.

HB SCHWERIN. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Donnerstagnachmittag nach Abschluss der Tests im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems mit. „Der Verdachtsfall auf hochpathogene Vogelgrippe in einem gekeulten Hausflügelbestand auf Rügen (hat sich) nicht bestätigt“, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Es lägen weiterhin nur Nachweise über H5N1 bei Wildvögeln vor.

Die Zahl der Infektionen von Wildvögeln ist unterdessen auf 110 gestiegen. Wie ein Sprecher mitteilte, handelt es sich bei den sieben neuen Fällen um sechs von der Insel Rügen und einen Fall auf der Insel Walfisch in der Wismarer Bucht. Es handelt sich um eine Reiherente. Damit ist das Virus H5N1 deutlich weiter nach Westen vorgedrungen als bislang angenommen.

Auf Rügen getötet wurden wegen der Gefahr des Einschleppens der Krankheitserreger 18 Kleinstbestände nicht infizierter Nutztiere.

Betroffen waren 418 Vögel. Im Landkreis Rügen sind derzeit fast 800 Helfer von Bundeswehr, THW, Land und Kreis im Einsatz. Weitere 200 Einsatzkräfte bekämpfen die Ausbreitung der Vogelgrippe in Nord- und Ostvorpommern, Stralsund und Rostock. Ein Hubschrauber der Polizei überflog am Mittwoch betroffene Gebiete, um Vogelbestände zu identifizieren. Diese werden seit Donnerstag verstärkt nach toten Tieren abgesucht.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die Vogelgrippe Deutschland noch längere Zeit beschäftigen wird.

Darum müsse gefragt werden, ob es Alternativen zum Aufstallen und Töten von Tieren gebe, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag nach einem Besuch des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems.

Das Institut habe empfohlen, über die Entwicklung einer Impfstrategie nachzudenken. Dies sei aber nur in einem engen und sehr begrenzen Bereich möglich. Maßstab aller Bemühungen müsse sein, mehr Sicherheit für Tier und Mensch zu erlangen.

Seehofer lobte die Arbeit des Instituts und appellierte an die Medien, mit Verdachtsfällen vorsichtig umzugehen. Das Melden von unbestätigten Fällen oder Zwischenständen berge große Gefahren. Man müsse konsequent, aber besonnen vorgehen.

Der Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), betonte, eine flächendeckende Impfung werde es nicht geben. Allerdings könne es Ausnahmen geben, wie etwa für Zootiere oder vom Aussterben bedrohte Arten. Beschäftigen müsse man sich auch mit Tierarten aus dem Bereich von Säugetieren, etwa Aasfressern.

Backhaus machte erneut deutlich, dass man die Lage in den Krisengebieten im Griff habe. Er appellierte an alle Tierhalter in Mecklenburg-Vorpommern, besonders ihre Geflügelbestände zu melden, um ein klares Bild der Lage zu ermöglichen.

Auch außerhalb der Bundesrepublik breitet sich das Virus weiter aus. Er ist nun erstmals auch in der Slowakei nachgewiesen worden. Das gefährliche Virus sei bei Labortests an zwei Wildvögeln festgestellt worden, teilte Landwirtschaftsminister Zsolt Simon am Donnerstag mit. Er sei überzeugt, dass das Ergebnis vom EU-Referenzlabor in Großbritannien bestätigt werde. Proben würden dort untersucht. Bei den infizierten Vögeln handelt es sich um einen nahe dem Donaukraftwerk Gabcikovo bei Bratislava gefundenen Wanderfalken und einen nahe der Raffinerie Slovnaft in Bratislava gefundenen Weißhaubentaucher.

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