Silvester
Böllern und Anfassen verboten!

Der vergangene Jahreswechsel war so turbulent wie nie: sexuelle Übergriffe bundesweit und Raketen inmitten von Menschenmassen. Jahr für Jahr verursachen Feuerwerke große Schäden. Viele Städte ziehen nun Konsequenzen.
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DüsseldorfAn diesem Donnerstag hat der offizielle Verkauf von Silvester-Feuerwerk begonnen. Mit Böllern in der Silvesternacht sollen nach alter Sitte böse Geister vertrieben und das neue Jahr begrüßt werden. Auch in diesem Jahr werden wieder Millionen von Euro in den Himmel gejagt und zu Rauch, bunten Leuchtfeuern und schrillem Pfeifen verbrannt werden.

An den Feuerwerkskörpern verletzen sich jährlich zahlreiche Menschen, weil sie zu leichtfertig damit umgehen. „Besonders Blindgänger sind eine unterschätzte Gefahr“, warnt Torge Brüning, Brandschutzexperte der R+V Versicherung. Aber auch bei korrekter Anwendung aller Sicherheitsvorkehrungen kommt es immer wieder zu Bränden, beispielsweise durch herunterfallende Raketen, die noch glühen.

Nicht nur die Böller, sondern auch die Übergriffe der vergangenen Silvesternacht haben in vielen deutschen Städten zu einem Umdenken der Sicherheitsbehörden geführt. Mit mehr Polizisten, mehr Kameraüberwachung und Aufklärung der Bürger sollen die Innenstädte in diesem Jahr sicherer gemacht werden. In einigen Städten werden Böller und Raketen sogar komplett verbannt. Eine Übersicht:

Köln

Die Bilder vom Chaos rund um den Kölner Hauptbahnhof und den Dom sind noch allen präsent. Was sich in der vergangenen Silvesternacht dort abgespielt hat, soll sich nie mehr wiederholen. Mitten im Zentrum der Rheinmetropole war es zu massenhaften sexuellen Übergriffen von Männergruppen auf Frauen gekommen, die Polizei war völlig überfordert.

Die Aufklärung der Taten geht bis heute nur schleppend voran. Als Lehre aus den Exzessen des vergangenen Jahres erhöht die Polizei die Mannstärke um das Zehnfache auf 1500 Beamte. Mit weiträumiger Videoüberwachung und einer böllerfreien Zone im Bereich des Doms und des Hauptbahnhofs soll die Sicherheit der Feiernden gewährleistet werden.

Berlin

Bei Deutschlands größter Silvesterfeier rund um das Brandenburger Tor in Berlin sind Böller, Raketen, Flaschen und Dosen seit Jahren verboten. Taschen werden von Sicherheitskräften am Einlass kontrolliert. Dennoch sollen nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche die Sicherheitsvorkehrungen noch mal stark erhöht werden.

Davon abgesehen darf überall in der Hauptstadt weiter kräftig geböllert werden. Es sei nun mal ein sehr weit verbreiteter Brauch, mit Knallern und Raketen das neue Jahr zu begrüßen, sagt ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung. „Ebenso wie der Weihnachtsbaum Tradition ist, obwohl der eigentlich brandgefährlich ist.“ In der Millionenstadt gebe es jährlich lediglich ein Dutzend Beschwerden.

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