Singapur
Auf Schweißbächen durch den städtischen Regenwald

Bis zur Hütte, die sie hier in Singapur etwas angeberisch "Gipfelhütte" nennen, sind es zwar nur 1,8 Kilometer Fußweg - aber die haben es in sich. Nicht wegen des Höhenunterschiedes, der von 40 Metern bis zu läppischen 164 Metern reicht.

Sondern wegen der Schweißbäche, die bei jedem Schritt aus den Poren rinnen. Hier im Naturreservat "Bukit Timah", ein Dutzend Kilometer nördlich des umtriebigen Zentrums von Singapur, beträgt die Luftfeuchtigkeit 90 Prozent. Und die Verwaltung rät jedem Besucher zu leichtestmöglicher Kleidung, zu festem Schuhwerk, zu Anti-Insekten-Mittelchen und zu großen Wasservorräten.

Zugegeben, in der Stadt ist?s auch nicht erträglicher - aber es gibt Fluchtmöglichkeiten an jeder Ecke. Nicht nur die Super-Klasse-Luxus-Multi-Einkaufspassagen sind derart luftgekühlt, dass es einen manchmal schaudert -, jedes öffentliche Gebäude ist heruntergekühlt.

Hier im Regenwald dagegen, wo die Schweißbäche rauschen, setzen wir heute die Schritte so gemächlich voreinander wie Babys, die das Laufen lernen. Und wir schauen uns so vorsichtig um wie Pfadfinder auf ihrem ersten Orientierungspfad. Es habe sich wohl in den zwei, drei Jahren einiges im "Bukit Timah" verändert, sagt unser Dschungelführer Danny, ein ausgewiesener Städter, entschuldigend, als wir vom ausgeschilderten "Frühlingspfad" abgekommen sind und etwas orientierungslos umeinander staksen. Bis wir endlich wieder auf den Ringweg am Rande des Waldes kommen, der zu einem ehemaligen Milchbauernhof führt, der "Dairy Farm Hut".

Neben Rio in Brasilien ist Singapur die einzige Metropole mit einem tropischen Regenwald innerhalb der Stadtgrenzen. Das Bukit-Timah-Naturreservat, gar nicht groß, beherbergt angeblich mehr Pflanzenarten als der gesamte nordamerikanische Kontinent. Solche florale Vielfalt lockt entsprechende Fauna an, allerlei Insekten etwa, die wir uns prospekte- und blattwedelnd vom Hals halten.

Wir marschieren, manchmal an Lianen vorbei, unter Bäumen, die bis zu 80 Meter hoch in den Himmel wachsen und Gattungsnamen haben wie Shorea, Dipterocarpus, Vatica und Hopea. Im Unterholz wachsen Krappgewächse (Ixora) oder Schwarze Lilien. Durchs Gestrüpp huschen Geckos, es gibt Schlangen, und mit etwas Glück sind sogar die scheuen Javaner-Äffchen zu beobachten, wenn sie hoch über uns durch die Zweige des Regenwalds vor den Toren Singapurs hüpfen.

Das Bukit-Timah-Naturreservat breitet sich auf 164 Hektar aus und ist eines der größten seiner Art in Singapur, wo 2800 Hektar unter Naturschutz stehen, um die einheimische Flora und Fauna zu bewahren. Welche Anstrengungen der Stadtstaat dafür unternimmt - das ist gut im Besucherzentrum des Parks zu erfahren und zu erfragen, das Anfang und Abschluss aller markierten Wege ist, die hügelauf und-ab führen.

Die neueste Attraktion in einem anderen Naturreservat auf der Insel, dem Central Catchment, ist eine 250 Meter lange Hängebrücke zwischen den Baumwipfeln des MacRitchie Reservoirs. Sie wurde erst vor einem Jahr ihrer Bestimmung übergeben. Die Brücke ist Teil eines elf Kilometer langen Rundwanderweges.

Von ihr aus lassen sich die 80 im Park heimischen Vogelarten beobachten. Mit etwas Glück kann man vielleicht auch einen Blick auf eine der acht im Park ansässigen Reptilienarten erhaschen, deren bevorzugter Schlafplatz auf den Bäumen ist. Außer montags können NaturInteressierte den besonderen Blick aus der Vogelperspektive täglich zwischen neun Uhr morgens und fünf Uhr abends genießen. Montags ist die Hängebrücke den Forschern und Wissenschaftlern vorbehalten. Die Erforschung der Baumkronen, die wegen mangelnder Zugangsmöglichkeiten bisher äußerst kompliziert war, ist durch die Hängebrücke über dem MacRitchie-Reservoir, die von der HSBC-Bank finanziert wurde, wesentlich einfacher geworden.

http://www.nparks.gov.sg.

http://www.naturia.per.sg/botanics/.

http://www.de.visitsingapore.com.

http:// www.gov.sg.

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