Skandal in Hannover
Adventskalender mit Massenmörder-Porträt

Die Abbildung des 24-fachen Mörders Fritz Haarmann auf einem Adventskalender der städtischen Tourismus-Agentur hat in Hannover für Wirbel gesorgt.

HB HANNOVER. „Wir werden den Kalender künftig nicht mehr vertreiben“, sagte der Chef der Hannover Tourismus GmbH (HTG) der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Damit reagierte er auf öffentliche Kritik an dem Kalender, der neben anderen bekannten Persönlichkeiten in weihnachtlicher Szenerie auch den Massenmörder als Comicfigur mit Hut, Mantel und Hackebeil zeigt.

Mit dem Slogan: „Hannovers Schokoladenseite für die Adventszeit“ hatte die Tourismus-Gesellschaft den neuen Adventskalender der niedersächsischen Landeshauptstadt angepriesen. Neben Sehenswürdigkeiten und Berühmtheiten der Stadt wie dem Schriftsteller Wilhelm Busch, dem Philosophen Wilhelm Gottfried Leibniz und der Band Scorpions, erscheint im Türchen zum 1. Dezember der Massenmörder Haarmann.

Er hatte Anfang der 20er Jahre die Morde an mindestens 24 Männern gestanden, die er mit einem Beil zerstückelt und dann teilweise in die Leine geworfen haben will. Der 1924 nach einem Gerichtsurteil enthauptete Haarmann wurde von Götz George in seinem erfolgreichen Film „Der Totmacher“ dargestellt.

Der Kalender, den die kommunale Tourismus-Gesellschaft in Kooperation mit einer Agentur herausgibt, wurde sofort aus allen städtischen Verkaufsstellen zurückgezogen. In Buchhandlungen ist er weiter erhältlich und kostet 2,95 Euro, wovon zehn Cent an einen Verein für krebskranke Kinder gehen. Die Auflage liegt bei 20.000 Stück. Ein anderer Kalender soll in diesem Jahr nicht mehr aufgelegt werden.

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