Skandalboxer und Klitschko-Bezwinger

Tyson Fury gibt WM-Titel zurück

Boxweltmeister Tyson Fury hat seine WM-Titel freiwillig und damit einem Entzug durch die Verbände zuvor. Nach Drogenvergehen und Dopingsperre will sich Klitschko-Bezwinger Fury jetzt seiner Depression stellen.
Aufgrund seiner Depression hat der Boxer Tyson Fury seinen Titel zurückgegeben. Quelle: AP
Manisch depressiv

Aufgrund seiner Depression hat der Boxer Tyson Fury seinen Titel zurückgegeben.

(Foto: AP)

BerlinDer an Depressionen erkrankte Schwergewichtsboxer Tyson Fury hat seine WM-Titel niedergelegt. „Ich habe die Titel im Ring gewonnen, und ich glaube, dass sie im Ring auch verloren gehen sollten, aber ich bin derzeit nicht in der Lage, sie zu verteidigen“, wurde der 28-jährige Brite in einer Mitteilung seines Managements vom späten Mittwoch zitiert.

Er habe daher die „schwierige und emotionale Entscheidung getroffen“, seine Titel offiziell abzugeben. Fury musste allerdings ohnehin mit einer Sperre wegen Dopings und der Aberkennung seiner WM-Titel durch die Verbände WBO, WBA und IBO rechnen.

Die größten Fights
Platz 12: Wladimir Klitschko vs. Aleksander Povetkin
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Keine zwei Jahre ist es her, als Wladimir Klitschko den Russen Aleksander Povetkin (in Russland!) einstimmig nach Punkten besiegt hatte. Klitschko hat sich seine Reise nach Russland teuer bezahlen lassen. Der russische Immobilien-Tycoon Andrej Ryabinsky hat den Ukrainer mit einer Kampfbörse von rund 17,4 Millionen Dollar gelockt. So viel Geld hatte Klitschko noch nie für einen Kampf erhalten. Mit dieser Kampfbörse belegt der Schwergewichtsweltmeister aller Klassen aber noch nicht einmal einen Platz in den Top10.

Platz 11: Lennox Lewis vs. Mike Tyson
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Als Mike Tyson gegen den Briten und damaligen Boxweltmeister Lennox Lewis in den Ring stieg, waren seine besten Zeiten bereits lange vorbei. Tyson, der bis dahin als stärkster und am spektakulärsten kämpfender Schwergewichtsboxer galt, verlor seine Linie, nachdem sein Ziehvater und damaliger Trainer Cus D'Amato verstarb. D'Amato hat mit Tyson seinen „Peek-a-boo-Boxstil“ perfektioniert. Nach seinem Tod 1985 kam Tyson 1989 unter die Fittiche des Boxpromoters Don King, der aus Tyson ein Vermarktungsobjekt gemacht hat. Tyson konnte während der Zeit bei Don King nie wieder an seine alten Leistungen anknüpfen. Als er 2002 gegen Lewis im Ring antrat, war er absolut chancenlos. Dennoch wurde beiden für den Kampf jeweils 17,5 Millionen Dollar aufs Konto überwiesen.

Platz 10: Mike Tyson vs. Michael Spinks
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Knapp 13 Jahre vor dem Kampf gegen Lennox Lewis galt Mike Tyson als unbestrittener Herrscher des Schwergewichtsboxens. In 34 Profikämpfen hat er 30 seiner Gegner vorzeitig auf die Bretter geschickt, viele in der ersten Runde. Michael Spinks war der letzte auf der Liste, der Tyson bedrohlich werden konnte. Doch als der Gong zur ersten Runde erklang, sollte Spinks nicht länger als 91 Sekunden auf seinen Beinen stehen bleiben. Mit einer beeindruckenden Dominanz schlug der damals 21-jährige Tyson den zehn Jahre älteren Spinks K.O. Der Kampf galt zu der Zeit als einer der teuersten überhaupt. Tyson erhielt 22 Millionen Dollar, Spinks 13 Millionen.

Platz 9: Manny Pacquiao vs. Juan Manuel Marquez
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Manny Pacquiao stieg am 8. Dezember 2012 zum fünften Mal gegen Juan Manuel Marquez in den Ring. Vier Mal hatte der Philippino zuvor gegen den Mexikaner gewonnen. Doch im fünften Duell reichte ein kleiner Fehler Pacquiaos in der sechsten Runde, um den Kampf durch Knockout zu verlieren. Zuvor hatte er den Kampf klar dominiert. Trotz der Niederlage hat sich der Kampf für Pacquiao ausgezahlt. Er erhielt rund 26 Millionen Dollar. Sein Rivale wurde mit sechs Millionen Dollar bezahlt.

Platz 8: Mike Tyson vs. Frank Bruno
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Frank Bruno konnte Mike Tyson am 16. März 1996 noch durch technischen K.O. besiegen. Doch nach seinem Gefängnisaufenthalt wegen Vergewaltigung und der Trennung von seinem alten Umfeld beziehungsweise der Betreuung durch den Box-Promoter Don King zeigte Tyson nicht mehr die gewohnte Dominanz. Bereits der Kampf gegen Bruno, für den er 30 Millionen Dollar erhielt, verdeutlichte, dass „Iron-Mike“ nicht mehr an seine alten Leistungen anknüpfen konnte.

Platz 7: Floyd Mayweather vs. Miguel Cotto
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Nach seinem Sieg gegen Oscar de la Hoya nahm Floyd Mayweather den Posten des bestverdienenden Boxers ein. Für den Kampf gegen Miguel Cotto am 5. Mai 2012, den Mayweather einstimmig nach Punkten für sich entschied, erhielt er eine Kampfbörse von 32 Millionen Dollar. Nimmt man die Werbe- und Pay-Per-View-Einnahmen hinzu, betrugen Mayweathers Einnahmen satte 45 Millionen Dollar.

Platz 6: Floyd Mayweather vs. Robert Guerrero
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Für den Kampf gegen Robert Guerrero bekam Floyd Mayweather zwar wieder 32 Millionen Dollar (Guerrero erhielt drei Millionen Dollar), allerdings erntete er vom Publikum zahlreiche Buhrufe. Während Guerrero die ersten drei Runden spektakulär für sich entschied, holte sich Mayweather mit einer zähen und defensiven Taktik die restlichen Runden. Vielen Zuschauern war er Auftritt des Weltmeisters schlicht zu langweilig.

Fury hatte in der vergangenen Woche dem Magazin „Rolling Stone“ gesagt: „Ich bin ein manisch Depressiver.“ Er sei seit Jahren krank. In letzter Zeit habe er jeden Tag Alkohol getrunken und Kokain geschnupft. „Ich hoffe nur, dass jemand mich tötet, bevor ich mich selbst töte“, gab er in dem Interview an. Alkohol und Drogen seien für ihn die einzige Möglichkeit gewesen, mit seinen psychischen Problemen klarzukommen, hatte Fury gesagt.

In der Mitteilung am Mittwochabend meinte Fury, er stehe „vor einer weiteren Herausforderung in meinem Leben“. Wie gegen Wladimir Klitschko werde er siegen. Im vergangenen November hatte Fury den Ukrainer Klitschko als Weltmeister überraschend entthront.

Zweimalige Absage
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