Social-Media-Wunder
„Regel Nummer eins: Feste Regeln entwerfen“

„Maru-chan gibt mir ein bisschen Freude zurück“: Ein Hund als Star in Sozialen Netzwerken, sowas kann wohl nur aus Japan kommen. Handelsblatt Online konnte mit Hund und Herrchen klären, wie es zur großen Popularität kam.
  • 0

Der wahrscheinlich populärste Hund des Internets lebt in Japan. Das Handelsblatt hat Maru-chan und den Schöpfer des Phänomens, den japanischen Social Media Marketing-Experten Shinjiro Ono interviewt.

Maru-chan, unter Marutaro hast du mehr als 850.000 Follower auf Instagram, fast 40.000 Likes pro Bild. Du bist wahrscheinlich der populärste Hund im Internet. Wie ist es dazu gekommen?
Das habe ich meinem Herrchen zu verdanken. Der ist Marketingexperte für Social Media. Nach dem Mega-Erdbeben und der Atomkatastrophe im Jahr 2011 hat er Bilder von mir auf Instagram gestellt. Die Postings auf Facebook und so waren während der Krise so düster, da wollte er mit Fotos von mir die Stimmung der Menschen aufheitern. Die Kommentare waren dann so gut, da hat er weiter gemacht.

Was haben deine Fans denn kommentiert?
„Maru-chan gibt mir ein bisschen Freude zurück.“ So was ungefähr. Offenbar hat es den ersten Fans so gut gefallen, dass sie mich weiterempfohlen haben. Die Zahl meiner Follower ist schnell auf 500 und dann 1000 gestiegen. Nun habe ich Freunde überall auf der Welt.

Woher kommen Deine Fans denn heute, weißt du das?
Klar. Rund 50 Prozent leben in den USA, nur fünf Prozent in Japan.

In Deiner Heimat hast Du nur so wenig Follower? Woran liegt das?
Instagram ist hier nicht so populär, hat mein Herrchen mir erklärt.

Und die große Popularität in den USA?
Ich bin ein Shiba-Hund. Das ist eine japanische Rasse, weißt Du? Wir sind nicht so groß und gelten als sehr treu. Am Bahnhof Shibuya steht eine Statue von Hachiko, einem Shiba, der auch nach dem Tod seines Herrchens jeden Tag zur Station gekommen war, um auf sein Herrchen zu warten. Und seit Hollywood die Geschichte 2009 mit Richard Gere verfilmt hat, gibt es einen Shiba-Boom in den USA. Wir sehen doch auch wirklich süß aus, von vorne mit dem runden Gesicht, den bunten Tupfen über den Augen und unseren spitzen Ohren und von hinten mit unserem aufrechten Schwanz (läuft zu Demonstrationszwecken mit wedelndem Schwanz eine kleine Runde).

Wird dir die Arbeit als Fotomodell nicht zu viel?
Nein, nie. Für mich ist das toll. Ich komme viel rum, fahre zu tollen japanischen Sehenswürdigkeiten. Dieser Park, in dem wir uns treffen, ist auch neu für mich. Toll hier, viel Platz zum Laufen. Und für jedes Posieren bekomm ich einen Hundebonbon. Aber frag doch mal mein Herrchen.

Herr Ono, also wie ist es?
Es ist harte Arbeit. Drei Mal täglich lade ich ein Foto hoch. Das allein dauert ungefähr 30 Minuten. Dazu fahre ich oft zu besonderen Plätzen, um Maru-chans Followern die japanische Kultur näherzubringen. Meine Motivation stagniert schon manchmal.

Seite 1:

„Regel Nummer eins: Feste Regeln entwerfen“

Seite 2:

„Ich will Maru-chan nicht aktiv vermarkten“

Kommentare zu " Social-Media-Wunder: „Regel Nummer eins: Feste Regeln entwerfen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%