Soirge um die Besatzung wächst stündlich
Drama um russisches U-Boot

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Den sieben Besatzungsmitgliedern an Bord des verunglückten Mini-U-Boots der russischen Pazifikflotte wird bald die Luft ausgehen. Große Hoffnungen setzt die russische Marine nun auf ferngesteuerte Tauchroboter der Rettungsteams aus den USA und Großbritannien.

HB WLADIWOSTOK. Bei der Rettung des havarierten russischen Mini-U-Bootes mit sieben Mann an Bord ruhen die letzten Hoffnungen auf dem Bergungsgerät von Amerikanern und Briten. Allerdings gingen beim Umladen der eingeflogenen ausländischen Tauchroboter auf russische Schiffe in dem Hafen Petropawlowsk-Kamtschatski wertvolle Stunden verloren. Auch beim Untergang des Atom-U-Bootes „Kursk“ mit 118 Toten im August 2000 hatten erst ausländische Taucher das Wrack erreicht.

Auf Befehl von Präsident Wladimir Putin flog Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Samstag auf die fernöstliche Halbinsel Kamtschatka. Vor dem Eintreffen der ausländischen Spezialisten an der Unfallstelle wollte die russische Marine noch einen eigenen Versuch machen, das in 190 Meter Tiefe festhängende Rettungs-U-Boot AS-28 freizubekommen. Dazu sollte der 60 Tonnen schwere Anker eines unterseeischen Horchgeräts abgesprengt werden. „Wir müssen diesen Anker wegbekommen“, sagte der Kommandeur der russischen Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow. An der Antenne des Sonars habe sich das Tauchboot bei Wartungsarbeiten am Donnerstag verhakt, berichtete die Zeitung „Kommersant“.

Die Sorge um die sieben U-Bootfahrer wächst stündlich. Ihr Sauerstoffvorrat geht zur Neige. In dem 13,5 Meter langen Tauchgerät herrsche eine Temperatur von nur fünf bis sieben Grad, berichteten Experten. Die Lebensmittelvorräte reichten für etwa fünf Tage. Der Zustand der Besatzung sei „adäquat“, sagte Marinesprecher Igor Dygalo in Moskau nach einem Kontakt der Retter zum U-Boot. Russische Experten rätselten jedoch, wie die Verbindung technisch gehalten wurde. Die Batterien von AS-28 seien „vor dem Erlöschen“, sagte Admiral Fjodorow.

Die USA und Großbritannien entsandten verschiedene Modelle des ferngesteuerten Tauchroboters Scorpio nach Russland, der Schneidegerät für dicke Stahltrossen hat. Fjodorow rechnete nicht vor dem späten Samstagabend mit dem ersten Einsatz des britischen Geräts. Die russischen Rettungsversuche hatten sich darauf beschränkt, mit Netzen nach dem Havaristen zu fischen und ihn dann hochzuziehen. Trotz anfänglicher Erfolgsmeldungen vom Freitagabend hatten sich das Tauchboot und das Sonargerät aber nur wenige Meter bewegt.

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