Solarkraftwerk im Kirchenstaat
Solarstrom für den Papst

Der Kirchenstaat setzt auf grüne Energietechnik: Die päpstliche Audienzhalle am Petersplatz wird ab sofort per Solarkraftwerk versorgt - nur ein Teilstück eines umfassenden Programms zum ökologischen Umbau des Vatikans.

dpa ROM. Das Solarkraftwerk im Kirchenstaat ist fertig, Papst Benedikt XVI. hat seine erste „ökologische“ Generalaudienz in der vatikanischen Audienzhalle am Petersplatz abhalten können. In den vergangenen zweieinhalb Monaten sind knapp 2 400 Solarmodule aus Deutschland auf dem Dach der päpstlichen Audienzhalle installiert worden. Die Photovoltaik-Anlage auf der Südseite des gewölbten Daches wurde am Mittwoch in einer Feierstunde in Rom offiziell eingeweiht.

Das Solarkraftwerk hat eine Leistung von 222 Kilowatt und kann jährlich etwa 300 000 Kilowattstunden Strom erzeugen - das entspricht dem Verbrauch von über 100 Haushalten pro Jahr. Papst Benedikt XVI. hat den Umweltschutz zu einem Schwerpunkt seines Pontifikats gemacht.

Für die ökologische Aufrüstung des Vatikans wurden in den vergangenen Monaten die Betonbahnen auf dem Dach der Halle auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern durch Solarmodule ersetzt. Die in die Architektur des Daches eingepasste Anlage soll mit „sauberem“ Strom 225 Tonnen Kohlendioxid einsparen und dazu beitragen, dass 2020 ein Fünftel der Energie im Vatikan aus erneuerbaren Quellen kommen kann.

Die etwa eineinhalb Mio. Euro teure Solarinstallation stammt aus dem sächsischen Freiberg und ist ein Geschenk des Unternehmens SolarWorld AG an den Papst. „So soll ein weithin sichtbares Signal für eine klimafreundliche Energieversorgung und für die Bewahrung der Schöpfung gesetzt werden“, sagte SolarWorld-Chef Frank Asbeck in Rom.

Die päpstliche Audienzhalle hinter den Kolonnaden des Petersplatzes fasst bis zu 12 000 Gläubige. Sie wurde von Papst Paul VI. in Auftrag gegeben und 1971 fertiggestellt, mit einem Tragwerk aus Betonlamellen und dazwischen stehenden Glasflächen. Bei schlechtem Wetter, in der kälteren Jahreszeit und im heißen römischen Sommer werden vor allem die Generalaudienzen in die „Aula delle Udienze Pontificie“ verlegt. So auch an diesem Mittwoch. Die Halle wird als „Aula Paolo VI.“ nach dem Auftraggeber oder als „Aula Nervi“ nach dem Architekten benannt.

Bereits am Tag der Einweihung erhielt der Vatikan die erste Auszeichnung für das „gelungene Projekt“, das die Audienzhalle und auch die umliegenden Gebäude mit sauberem Strom versorgen soll: Dem Kirchenstaat wurde der Europäische Solarpreis 2008 für die Anlage verliehen, mit der jährlich etwa 80 Tonnen Erdöl eingespart werden.

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