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Sorge vor Diskriminierung: Frankreich streicht die „Mademoiselle“

Weil der Begriff, zu Deutsch „Fräulein“, mittlerweile dicken Staub angesetzt hat, will Frankreichs Regierung ihn aus dem Behördensprech verbannen. Damit gibt sie langen Protesten von Frauenrechtlerinnen nach.

Auch so eine „mademoiselle“: das Ballettstück „Das Fräulein von S.“ im Opernhaus Stuttgart. Quelle: dpa
Auch so eine „mademoiselle“: das Ballettstück „Das Fräulein von S.“ im Opernhaus Stuttgart. Quelle: dpa

ParisRund 40 Jahre nachdem Deutschland das „Fräulein“ offiziell abgeschafft hat, streicht auch Frankreich die „Mademoiselle“ aus Formularen. Regierungschef François Fillon forderte seine Minister auf, in Briefen und auf Behördenformularen auf die bisher für unverheiratete Frauen übliche Anrede zu verzichten. Sozialministerin Roselyne Bachelot sprach am Dienstagabend von einem Ende der „Diskriminierung“.

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Künftig soll laut dem Rundschreiben des Regierungschefs im offiziellen Schriftwechsel und auf Formularen nur noch von „Madame“ und „Monsieur“ die Rede sein. Alte Formulare mit der Anrede „Mademoiselle“ dürfen aber noch aufgebraucht werden.

Frauenrechtlerinnen begehren seit langem gegen die dem deutschen „Fräulein“ entsprechende „Mademoiselle“ auf. Sie sehen darin eine Diskriminierung der unverheirateten Frauen. Ledige Männer würden ja auch nicht „Mondamoiseau“ (Herrlein) genannt, bemerkte die Organisation „Osez le féminisme“ (Wagt den Feminismus) im Herbst.

Die für Frauenfragen zuständige Ministerin Bachelot hatte Fillon im November aufgefordert, die „Mademoiselle“ abzuschaffen. Mit der Anweisung vom Dienstag sieht Bachelot nun das Ende „einer Form der Diskriminierung von Frauen gegenüber Männern“ gekommen. Auch Frauenrechtsvereinigungen begrüßten die Entscheidung, die nun aber auch konkret umgesetzt werden müsse. Sie forderten Unternehmen und Organisationen auf, dem Beispiel zu folgen.

Die Anrede „Mademoiselle“ ist in Frankreich nicht nur in Behörden üblich, sondern wird auch von Banken und Kaufhäusern benutzt. Gesetzlich vorgeschrieben ist die „Mademoiselle“ aber nicht, wie das Büro Fillons noch einmal betonte.

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