Space Dealer
Wettlauf im Weltraum

Wenn in einem Spiel gleich acht Sanduhren liegen, lohnt sicher ein zweiter Blick auf den Rest. Dienen Sanduhren doch gewöhnlich dazu, uns in Raterunden den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Dafür aber reicht eine aus. Warum also acht? Weil Autor Tobias Stapelfeld in seinem Spiel Space Dealer ein ganz neues Zug- und Zeitkonzept entwickelt hat.

DÜSSELDORF. Verlage geben auf den Schachteln häufig an, wie lange ein Spiel etwa dauert. Die Zeiten sind oft sehr ungenau, ein Ein-Stunden-Spiel kann gut und gerne auch mal zwei Stunden in Anspruch nehmen. Ganz anders stellt es sich bei Tobias Stapelfelds „Space Dealer“ dar. Das Spiel dauert exakt 30 Minuten. Die Zeit ist vorgegeben – ist sie abgelaufen, ist die Partie zuverlässig zu Ende. Damit Trödler und Vieldenker nun den Ablauf nicht aufhalten können, hat Stapelfeld eine geniale Idee entwickelt. Er lässt alle Spieler parallel agieren – begrenzt nur durch Sanduhren.

Worum aber geht es? Wir sollen Raumstationen ausbauen: Startend mit einer Raumstation, einem Generator, einem Depot und drei Weltraumminen gilt es für uns nun, den Ausbau voranzutreiben. Mit neuen technologischen Entwicklungen modernisieren wir die Produktion unserer Station, erschließen Minen und bauen Weltraumstädte. Raumschiffe transportieren unsere Waren zu anderen Stationen, um sie dort gewinnbringend zu verkaufen.

Zentrales Element des Ausbaus sind unsere zwei Sanduhren, die jeweils knapp eine Minute laufen. Aktivieren wir eine Sanduhr, bestimmen wir mit ihr die Aktion, die wir als nächstes ausführen wollen. Eine abgelaufene Sanduhr gibt die Aktion frei, dann ist die Sanduhr inaktiv und kann auf die nächste Aktion gestellt werden. Die Minute ist recht schnell abgelaufen, insofern bleibt wenig Zeit zum Nachdenken. Da wir zwei Sanduhren besitzen, stehen uns pro Zug knapp 30 Sekunden zur Verfügung, unsere nächste Aktion zu planen – zumindest, wenn wir keine wertvolle Zeit verplempern wollen.

Schnell müssen wir darüber entscheiden, wie wir unsere Station weiter entwickeln wollen, welche Waren wir brauchen, und welche anderen Stationen wir idealerweise mit Waren versorgen wollen. Sechzig Züge haben wir im besten Fall zur Verfügung, dann ist das Spiel zu Ende. Jeder darf noch seine aktiven Sanduhren abarbeiten, dann geht es an die Siegpunktwertung.

Space Dealer ist ein Spiel, bei dem schon nach kürzester Zeit Hektik aufkommt. Nur wer spontan logische Entscheidungen treffen kann, wird bei diesem Spiel punkten. Besonders gemein wird es in der Profiversion, bei der es nicht mehr nur um den Ausbau, sondern auch noch um die Sabotage der Gegner geht. Nun ist es weit wichtiger als zuvor, auch noch die Aktionen sämtlicher Gegner im Auge zu behalten. Bei der kurzen Zeit, die die Sanduhren laufen, ist das fast unmöglich. Space Dealer ist faszinierend. Die Sanduhren bringen ein komplett neues Element ins Spiel, das sicher auch andere Autoren gerne aufgreifen werden.

Space DealerEggert-Spiele

3 - 4 Spieler ab 10 Jahren
ca. 30 Min
ca. 32 Euro

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