„Space-Food“
Deutsches Sterne-Menü fürs All

Nach wiederholten Beschwerden der Astronauten über das schlechte Essen auf der internationalen Raumstation ISS, hat die europäische Raumfahrtbehörde Esa jetzt reagiert: Deutschlands bester Koch, Harald Wohlfahrt, wird sich um das kulinarische Wohlergehen der Astronauten kümmern. Auf dem Menüplan steht Bodenständiges in 250 Gramm Konservendosen.

STUTTGART. Unserem Mann im All, Hans Schlegel, ging es in den ersten Tagen im All schlecht, verdammt schlecht. Mit Erklärungen hielt sich die Raumfahrtbehörde zurück. Es bestehe keine Lebensgefahr. Inzwischen ist er wohlauf und hat seinen ersten Spaziergang im All hinter sich.

Die Redaktion ist der Sache nachgegangen und hat eine mögliche Ursache für Schlegels Übelkeit ausgemacht: Es gibt kein deutsches Essen an Bord. Auch andere europäische Astronauten beschwerten sich bei vorangegangenen Missionen zur Internationalen Raumstation ISS immer wieder über das ausgesprochen schlechte Essen. Die Raumfahrernahrung kommt aus den USA oder Russland.

Die europäische Raumfahrtbehörde Esa hat jetzt endlich reagiert. Bei der nächsten Mission wird auch deutsches Essen an Bord sein. Und nicht nur das. Die Esa geht kein Risiko ein und hat Deutschlands bestem Koch grünes Licht für die Gastro-Mission gegeben. Harald Wohlfahrt wird heute sein Feinschmeckermenü für die Astronauten in seinem Restaurant „Schwarzwaldstube“ in der Traube von Tonbach vorstellen.

Für das All muss das Sternemenü ausgewogen sein, ausreichend Proteine, Kohlenhydrate und Fette wie auch Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Das Handelsblatt hat schon mal in den Kochtopf des 52jährigen Meisterkochs geschielt, der als einziger deutscher Koch seit 15 Jahren drei Michelinsterne verteidigt. Die Schwarzwaldmission wird wahrlich Bodenständiges zu Tage bringen: Kartoffelsuppe mit Majoran und Blutwurst zur Vorspeise, geschmorte Kalbsbäckchen mit Gemüse in Balsamico-Essigsoße an weißem Bohnenpüree.

Als Dessert gibt es Kompott von Bühler Zwetschgen in Sternanis-Gewürzsud. Das Sternemenü firmiert unter „Space-Food“, wird in Konservendosen zu 250 Gramm abgefüllt und bei 122 Grad und einem Druck von 1,5 bar erhitzt. Die Aufschrift wird in Englisch und Russisch verfasst. Sie lautet: „Traube Tonbach Space Food Esa“ und der Name des Gerichts. Die Herstellung jeder Dose wird im Tonbachtal zu Kontrollzwecken für die Esa lückenlos gefilmt. Laufende Kameras dürften dem bekennenden Verweigerer jeglicher Kochshows im Fernsehen wohl am schwersten fallen.

Auch die kulinarisch sehr anspruchsvollen und vor allem wählerischen Japaner wollen ihre Astronauten mit heimischen Reisbällchen und grünem Tee versorgen. Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa hat 2007 bereits 29 speziellen Gerichten die Weltraumzulassung erteilt. Sushi – ist allerdings nicht dabei.

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