Spanien
Fluglotsenstreik unter Militäreinsatz beendet

Das Militär hat in Spanien dem Streik der Lotsen ein Ende gemacht. Die Fluglinien und die Reisebranche erlitten Millionen-Verluste. Der Luftverkehr ist am Sonntag auf dem Weg zur Normalisierung. Doch das dicke Ende kommt erst noch: Das Flugchaos hat dem Ansehen Spaniens als Reiseland schweren Schaden zugefügt.
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HB MADRID. Unter Einsatz des Militärs hat die spanische Regierung am Wochenende einen wilden Streik seiner Fluglotsen beendet. Der Ausstand durchkreuzte die Reisepläne Hunderttausender Menschen und dürfte der Branche einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe beschert haben. Wegen der Streichung Tausender Flüge saßen auch viele deutsche Urlauber fest.

Am Sonntag normalisierte sich die Lage wieder. Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba kündigte an, die Fluglotsen würden noch 15 Tage lang unter Militärkommando arbeiten. Er versprach zudem, dass es über Weihnachten keine Streiks geben werde.

Mehrere Fluglotsen beklagten, sie seien mit vorgehaltener Waffe zum Arbeiten gezwungen worden. Auch sei ihnen Haft angedroht worden. Rubalcaba bestritt, dass Einsatzkräfte ihre Waffen gezogen hätte. Es war das erste Mal seit der Diktatur von General Francisco Franco, dass in dem Land der Notstand verhängt wurde. Etwa 440 Disziplinarverfahren gegen Fluglotsen wurden eingeleitet.

Der Ausstand begann am Freitag, nachdem die Regierung die Arbeitszeitregelungen für die Lotsen geändert und Pläne für eine Teilprivatisierung der Flughafenaufsicht Aena vorgestellt hatte. Der spanische Luftraum war für fast einen Tag geschlossen. Zeitungsberichten zufolge könnten sich die Schäden für die Tourismusbranche auf 350 Millionen Euro summieren und für die Fluggesellschaften auf mehr als 100 Millionen Euro.

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