Spanien
Kleinstädter müssen ihre Straßen kehren

Leere Kassen machen ja bekanntlich kreativ. In einer spanischen Kleinstadt sollen nun „alte Gewohnheiten“ die Kassen entlasten. Die Einwohner sollen ihre Straßen ab sofort wieder selber säubern.
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Angesichts der gähnenden Leere in den kommunalen Kassen bemüht ein Bürgermeister in Katalonien alte Tugenden: Die rund 22.000 Einwohner der von ihm regierten Kleinstadt Esparreguera im Nordosten Spaniens sollten ab sofort vor ihren Häusern selbst kehren, teilte der katalonische Nationalist Joan-Paül Udina ihnen mit offiziellen Briefkopf mit.

„Um die Gewohnheiten, die schon unsere Großeltern pflegten, zurückzuerlangen, bitten wir darum, regelmäßig die Bürgersteige und Straßen vor den Häusern zu kehren“, heißt es in dem Schreiben. Zudem sollten die Einwohner nahe gelegene öffentliche Grünanlagen und Bäume „mit eigenem Wasser“ gießen.

„Ich bin arbeitslos, ich kriege überhaupt nichts!“, sagte ein 53-jähriger Einwohner der Stadt auf die Idee. „Und dann soll ich auch noch umsonst arbeiten und den Müll wegräumen.“ Es entspreche nicht der Wahrheit, dass die Stadt kein Geld für die Arbeiten habe. Daher lasse er sich nicht zwingen, sagte der frühere Mitarbeiter eines Automobilunternehmens. Eine andere Einwohnerin ließ hingegen ein zusätzliches Argument des Bürgermeisters gelten. Demnach soll die Neuregelung auch den Gemeinschaftsgeist in der Stadt stärken. „Das ist eine hervorragende Idee, und wir werden zu nichts gezwungen“, sagte die 56-Jährige. Den Baum vor ihrem Haus gieße sie ohnehin schon, „damit er nicht stirbt“.

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