Spannen nimmt immer mehr zu
Fotospanner und Paparazzi werden künftig bestraft

Die Parteien im Bundestag sind sich einig: Paparazzis und Fotospanner sollen künftig belangt werden. Ihnen drohen unter Umständen empfindliche Geldstrafen oder eine maximal einjährige Haftstrafe. Die Parteien haben dabei insbesondere den Schutz der Betroffenen in den eigenen vier Wänden im Blick, hieß es am Montag.

HB BERLIN. Staatsanwälte werden sich künftig auch mit Fotospannern und Paparazzi beschäftigen. Zivilrechtlich können sich Foto-Opfer schon seit langem dagegen wehren, wenn ihre Privatsphäre verletzt wird. Nun hat sich eine große Koalition aller Bundestags- Parteien auf eine deutliche Verschärfung der Rechtslage geeinigt: Kamera-Voyeuren oder allzu aufdringlichen Fotoreportern sollen in Zukunft unter bestimmten Voraussetzungen sogar mit Geld- oder einer maximal einjährigen Haftstrafe belangt werden können. Schon im März wird der Gesetzentwurf im Bundestag diskutiert werden.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte weist schon seit 1999 auf die bisherige Lücke im Strafgesetzbuch hin. Ihm missfielen Fälle wie der eines Spanners, den die Heidelberger Behörden 2003 gestellt hatten, ohne ihn bestrafen zu können. Und dies, obwohl der Überführte die heimliche Nacktaufnahme einer 15-Jährigen in einem Schwimmbad bis ins Detail vorbereitet hatte. In seine Sporttasche hatte der Mann ein ein Zentimeter großes Loch gestanzt und dahinter eine Videokamera installiert. Als sich sein Opfer in der Umkleidekabine umzog, schob er die getarnte Kamera an den Spalt unter der Trennwand und drückte auf den Auslöser.

Bislang waren solche Aufnahmen straffrei. Nur wegen der Weitergabe der Aufnahmen konnten Voyeure verfolgt werden. Ein Täter, der die Aufnahmen für sich nutzte, war hingegen strafrechtlich nicht zu belangen.

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