Sparkassenleiter zu Haftstrafe verurteilt
Kredit-gegen-Sex-Geschäft mit Folgen

Für drei Jahre und neun Monate muss der frühere Leiter einer Sparkassenfiliale in Baden-Württemberg in Haft, weil er von einer Kundin Sex als Gegenleistung für einen Kredit verlangt und Hunderttausende von Euro veruntreut hat. „Es war von Anfang an klar, dass die Geschichte irgendwann auffliegen würde“, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Tübingen bei der Urteilsverkündung am Dienstag.

HB TÜBINGEN. Insgesamt hat der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts innerhalb von drei Jahren 850 000 Euro von Kundenkonten der Kreissparkasse Tübingen abgezweigt. Den Großteil des veruntreuten Geldes hat der Mann dem Urteil zufolge an die Verwandten der Kundin gezahlt, die ihn mit ihrem Wissen um das Kredit-gegen-Sex-Geschäft erpresst hätten. Tatsächlich geschädigt wurde nur das Geldinstitut, nicht die Kunden, urteilten die Richter.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe im Frühjahr 2004 der nicht kreditwürdigen Kundin einen Kredit versprochen, wenn sie dafür mit ihm schlafen würde. Um ihr die zugesagten 3000 Euro zu beschaffen, habe er am gleichen Tag erstmals illegal Geld von Kundenkonten abgehoben - der Auftakt für mehr als 100 weitere unrechtmäßige Abbuchungen.

Rund 40 000 der veruntreuten 850 000 Euro habe er für sich verwendet. Bis zu 70 000 Euro habe er an die Kundin weitergegeben, zu der sich ein längeres Verhältnis ergeben habe. Der 31-Jährige habe weitere 330 000 Euro von Kundenkonten verwendet, um kreditunwürdigen Kunden Darlehen einzuräumen. Er habe befürchtet, dass diese sich andernfalls bei seinen Vorgesetzten beschweren würden.

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